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Samuel L. Jackson im Gespräch : „Wissen Sie, der Klang von Applaus hat was“

  • -Aktualisiert am

Showbiz-Legende: Samuel L. Jackson ist einer der gefragtesten Schauspieler Hollywoods Bild: AUGUST Image

Er ist einer der meistbeschäftigten Stars in Hollywood: Samuel L. Jackson. Hier spricht er über seine Vorliebe fürs Extreme, über Filmtitel, Drogen, Genügsamkeit und Trump – und er erzählt, warum seine Tante so wichtig für ihn war.

          6 Min.

          Schon von weitem kann man Samuel L. Jacksons unverkennbar kehlige Lache durch den Flur des Four Seasons Hotels in Beverly Hills gellen hören. Jackson ist im Anmarsch zum Interview für seinen neuen Film „Die Insel der besonderen Kinder“, und wie der Schauspieler, der in diesem Jahr 68 wird, in die Suite geschlendert kommt in seiner schneeweißen Adidas-Sportjacke, dem grauen T-Shirt, den grauen Jeans und den farblich abgestimmten Designer-Turnschuhen aus Tweed, könnte er auch als 48 durchgehen. „Hi!“, ruft er, setzt sich in einen Sessel und streckt die Füße auf dem Nachbarstuhl aus. Der King of Cool hält Audienz - aber wie sich zeigt, ist Jackson ein ziemlich zugänglicher Mensch mit viel Humor.

          Mr. Jackson, Brad und Angelina haben sich getrennt - aber Sie machen uns Hoffnung, Sie sind seit über 40 Jahren mit Ihrer Ehefrau zusammen. Sagen Sie uns, was es dazu braucht?

          Hmm. Es gibt viele Momente, wo es vielleicht einfacher wäre zu sagen: „Scheiß drauf“ und sich davonzumachen - statt dazubleiben und das Problem zu beheben. Aber jedes Mal, wenn man dableibt und das Problem löst, wird man stärker, wird die Beziehung stärker. Aber vielleicht hat es auch nur damit zu tun, dass ich viel auf irgendwelchen Filmsets bin (lacht). Aber im Ernst: Man braucht auch mal ein bisschen Zeit ohne einander.

          In der Fantasyroman-Adaption „Die Insel der besonderen Kinder“ spielen Sie einen, der nach Unsterblichkeit strebt. Könnten Sie unsterblich sein, wie würden Sie dann die Ewigkeit gestalten?

          Ich hätte auf jeden Fall mit der Unsterblichkeit angefangen, bevor ich in dieses Alter kam (lacht). Obwohl, auch dieses Alter könnte ein ziemlich interessanter Beginn sein, weil ich inzwischen einiges erlebt und vielleicht ein paar Sachen kapiert habe. Glücklicherweise bin ich außerdem schon an vielen interessanten Orten gewesen; insofern kann ich mir vorstellen, wo ich zum Beispiel die nächsten 50 Jahre verbringen möchte. Und die 50 danach. Und die nächsten 50.

          Nämlich?

          Na ja, das käme ganz drauf an, wie viel Geld ich zur Verfügung hätte. Unsterblich und pleite geht ja schlecht zusammen. Unsterblich und reich - das klingt schon besser. Aber der Schlüssel wäre wohl eine gewisse Anonymität. Eine unsterbliche Existenz als Hollywood-Schauspieler wäre ausgeschlossen. Als Sportstar ebenfalls.

          Samuel L. Jackson (rechts) mit Quentin Tarantino (links) und Christoph Waltz in Hollywood.
          Samuel L. Jackson (rechts) mit Quentin Tarantino (links) und Christoph Waltz in Hollywood. : Bild: dpa

          Gar kein Glamour?

          Nein, das Beste wäre wohl, wenn man mit dem zufrieden wäre, wer man ist und was man tut. Wenn es einem genügte, die Welt vorbeiziehen zu sehen.

          Haben Sie diese Genügsamkeit?

          Ja, schon. (Pause) Aber ich brauchte vermutlich eine Yacht. Eine schwimmende Villa, auf der man leben kann. Damit man, wenn man keine Lust hat, nicht unbedingt einen Hafen anlaufen muss.

          Im Film gerät Ihre Figur in Zeitschleifen, in denen sich derselbe Tag ständig wiederholt. Wenn Sie so eine Zeitschleife schaffen könnten, wo in Ihrem Leben würden Sie ansetzen?

          Wow. Es gibt einige coole Abschnitte in meinem Leben. Als ich in den Siebzigern und Achtzigern in New York Theater machte, da war ich extrem glücklich. Ich stand mit all diesen anderen Schauspielern auf der Bühne, bevor wir alle berühmt waren: Denzel, Morgan, ich.

          Denzel Washington und Morgan Freeman; Freeman war ein Mentor für Sie.

          Wir spielten große Stücke, schauten einander bei der Arbeit zu, feierten Partys. Wir haben viel zusammen gemacht, es war eine tolle Gemeinschaft damals. Wahrscheinlich wäre es sogar noch besser gewesen, wenn wir nicht alle hätten drum kämpfen müssen, unsere Rechnungen zu bezahlen.

          War das nicht auch die Zeit, in der Sie schwer drogenabhängig waren?

          Naja, die richtig krasse Phase kam erst ein bisschen später. Und es gab nur eine kurze Phase, in der die Drogen meinem Leben in die Quere kamen. Ansonsten waren sie einfach ein Lebensstil.

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