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Veysel Gelin in seinem Haus: „Ich bin der Ausnahmefall.“ Bild: Stefan Finger

Interview mit Veysel Gelin : „Ich komme von einem Ort, wo die Träume tot sind“

Durch die Gangsterserie „4 Blocks“ ist der Rapper Veysel Gelin berühmt geworden. Ein Interview über Vorurteile, das Leben im Problemviertel und die Frage, ob die Verherrlichung von Kriminalität im Gangstarap nur Show ist.

          6 Min.

          Veysel Gelin, wir wollen über Vorurteile sprechen. Welches Vorurteil nervt Sie am meisten?

          Sebastian Eder

          Redakteur im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Jedes Vorurteil nervt. Aber klar, mich betrifft am ehesten eines: dass jeder, der einen Migrationshintergrund hat, ein Verbrecher ist. Für Außenstehende sehen wir alle gleich aus. Deswegen leiden wir unter diesen Pauschalurteilen. Wenn ich mit einem teuren Auto oder einer teuren Uhr unterwegs bin, schauen mich viele an, und ich merke, sie denken: Wo hat der Typ so viel Geld her? Die denken nicht, dass ich Schauspieler bin, auf der Bühne mit Liam Neeson stand, die Goldene Kamera entgegengenommen habe. Ich merke das auch bei Rollen, die mir als Schauspieler angeboten werden. Oft soll ich irgendwelchen Klischees ein Gesicht geben. Darauf habe ich keine Lust.

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