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Julianne Moore im Gespräch : „Die Welt hat an mir gezweifelt“

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Die ewige Frage nach dem Alter: „Sie müssen sich vorstellen, man stellt mir diese Frage seit meinem 30. Geburtstag“ Bild: action press

Julianne Moore gehört zu den markantesten Frauen Hollywoods – wegen ihres roten Haarschopfs und ihres Talents. Ein Gespräch über Zwänge und Passionen, Fast Food in den Ferien und deutsche Türklinken.

          6 Min.

          Julianne Moore steht im „Salon Marta“ des Hotels „Majestic“ an der Croisette in Cannes und muss sich an etwas festhalten. Die ideale Stütze ist in diesem Moment ihr Mann, Regisseur Bart Freundlich, der sie schützend und liebevoll in den Arm nimmt. Sie kennt die euphorische Energie öffentlicher Auftritte. Doch jetzt ist sie Teil einer auch für sie neuen Welt: des Film-Universums der „Tribute von Panem“.

          Der neue Teil, „Mockingjay 1“, läuft ab Donnerstag in den Kinos. Hier in Cannes tobt erst mal der Publicity-Wahnsinn. Vor dem Hotel wartet eine Hundertschaft drängelnder Fotografen, denen sich Moore an der Seite von Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson und Liam Hemsworth noch schnell präsentieren wird, bevor unser Interview beginnt. Sie absolviert diesen Termin mit größtmöglicher Grandezza. 15 Minuten später sitzt sie vor dem Aufnahmegerät und organisiert Getränke: zwei Flaschen Wasser ohne Kohlensäure.

          In diesem Film spielen Sie also die Präsidentin, nicht die eines ganzen Landes, aber immerhin eines Distriktes.

          Das ist korrekt. Ich spiele Alma Coin, und ich bin Präsidentin von „Distrikt 13“.

          Mit welchen Qualitäten könnten Sie sich im wahren Leben als Präsidentin bewerben?

          Als Präsidentin? Ich glaube nicht, dass ich diesen Job will. Aber mal ganz abgesehen davon: Haben Sie den „Lego“-Film gesehen?

          Als Film-Journalist musste ich ihn sehen.

          Also, ich habe ihn nicht gesehen. Aber mein Mann war mit unserer Tochter im Kino. Und es gibt offensichtlich diese Figur, die „Präsident Business“ heißt. Das ist der Fiesling, der alles kontrollieren will. Und sowohl mein Mann als auch meine Tochter sagten nach dem Kinobesuch: Das bist du!

          Wie kommen Sie zu dieser zweifelhaften Ehre?

          Ich habe für jeden Tag einen Plan, den ich abarbeite. Erst muss jemand mit den Hunden gehen, dann müssen alle ihre Wäsche in den Korb legen, damit ich waschen kann, dann werden wichtige Telefonate erledigt und so weiter. Ich bin gut organisiert. Deswegen habe ich jetzt zu Hause den Spitznamen „Präsident Business“.

          Sie bestimmen in der Familie?

          Zum größten Teil, ja. Aber ich habe eine wundervolle Babysitterin, die mir hilft. Sie ist „Vizepräsidentin Business“. Wir nennen uns jetzt sogar gegenseitig so. Denn wir organisieren alles, bis hin zu den Arztterminen. Anders geht es nicht, wenn man Kinder hat. Ich regiere aber auch mit Unterstützung meines Mannes. Na ja, wir haben die Verantwortungen aufgeteilt. Er kann sich oft nicht mehr an die Details erinnern, dann komme ich ins Spiel. Details sind mein Aufgabenbereich.

          Waren Sie in der Schule einmal Präsidentin irgendeines Clubs?

          Leider nein. Meine Familie ist ja ständig umgezogen, und ich habe nirgendwo lange genug gelebt. Keiner wollte mich als Präsidentin, weil ich immer die Neue war. Niemand hat für mich gestimmt.

          Wenn Sie Präsidentin des „Distrikts USA“ wären, welche drei Dinge würden Sie ändern?

          Wird das jetzt ein politisches Gespräch? Ich finde es immer ein bisschen gefährlich für eine Schauspielerin, sich so weit aus dem Fenster zu hängen. Soll ich jetzt sagen, ich wüsste, wie man regiert? Das wäre irgendwie anmaßend. Ich gehe nicht davon aus, dass ich es besser machen könnte.

          Dann sprechen wir über kleinere Politik: „Distrikt Manhattan“. Wünschen Sie sich nicht schon lange eine Fahrradspur auf der Madison Avenue?

          Das ist interessant! Was wünsche ich mir in New York City? (Überlegt.)... Ich will immer, dass alles sauberer ist.

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