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Gedächtnisforschung : Wie werden wir uns an das Jahr 2020 erinnern?

  • -Aktualisiert am

Durch die Pandemie ist in diesem Jahr vieles anders. Was macht das mit uns? Bild: dpa

Wenn wir in zwanzig Jahren zurückdenken: An was werden wir uns zuerst erinnern? Eine Rolle dürften die Bilder spielen, die die Krise hervorbringt, erklärt eine Gedächtnisforscherin im Gespräch.

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          Frau Professor Erll, das Jahr 2020 ist anders verlaufen, als wir uns das im Januar vorgestellt haben. Wenn wir in zwanzig Jahren zurückdenken: Wird 2020 das Jahr sein, in dem das Auslandssemester ausgefallen ist, in dem wir die Großeltern eine Zeitlang nicht sehen konnten? Oder wird unser erster Gedanke Corona sein?

          Das kann natürlich niemand vorhersagen. Grundsätzlich lässt sich festhalten: Menschen erinnern geschichtliche Ereignisse in verschiedenen Rahmen. Wenn ich mich im autobiographischen Rahmen erinnere, ist 2020 das Jahr, in dem ich die Großeltern nicht sehen, mein Abi nicht feiern konnte. Ich denke, dieser Rahmen wird sicherlich greifen, weil die Pandemie so lange andauert und so große Veränderungen mit sich bringt, dass die Psychologen wohl von einer „lifetime period“, also einer Lebensperiode, sprechen würden. Doch wird die Pandemie auch in anderem Rahmen langfristig erinnert werden? Es gibt viele Wissenschaftler, die zum jetzigen Zeitpunkt nicht davon ausgehen.

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