https://www.faz.net/-gum-8h5qf

Tag gegen Homophobie : Weniger Vorurteile, noch viel Diskriminierung

  • Aktualisiert am

Vorm Landtag in Potsdam weht am Dienstag die Regenbogenfahne. Bild: dpa

Die meisten Menschen auf der Welt sind für die Gleichberechtigung von Schwulen, Lesben und Transsexuellen. Die Realität sieht anders aus: In 13 Ländern steht auf gleichgeschlechtlichen Sex sogar die Todesstrafe.

          Eine Umfrage anlässlich des internationalen Tags gegen Homo- und Transphobie in 65 Ländern zeigt, dass rund 67 Prozent der Weltbevölkerung Menschenrechte für Homo- und Transsexuelle befürworten. In Ozeanien und Europa war der Zustimmungswert mit 73 und 71 Prozent am höchsten, in Afrika und Asien mit 62 und 63 Prozent am niedrigsten. Gleichzeitig sagten 68 Prozent der fast 100.000 online Befragten, es würde sie stören, wenn ihr Kind sich in eine Person desselben Geschlechts verlieben würde.

          Die Umfrage hat die ILGA (International Lesbian, Gay, Bisexual and Intersex Association) durchgeführt. Nach Angaben der Organisation kriminalisieren derzeit 75 Länder gleichgeschlechtlichen Sex. In 13 UN-Mitgliedsstaaten steht er sogar unter Todesstrafe, in acht Ländern wird diese auch tatsächlich umgesetzt. Gleichzeitig haben 70 Länder Gesetze, die Schwule, Lesben und Transsexuelle vor Diskriminierung schützen; 22 Staaten erlauben die Homoehe und 24 die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft.

          Transsexuelle identifizieren sich nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht. Ihnen ist es oft ein starkes Bedürfnis, ihren Körper etwa mit Hormonen oder mit Operationen dem bevorzugten Geschlecht anzugleichen.

          Trans-Menschen werden auf der ganzen Welt angefeindet

          Der Begriff Transgender wird häufig synonym verwendet, was nicht immer korrekt ist. Bei Transgender-Menschen unterscheidet sich das soziale vom biologischen Geschlecht, sie lassen ihren Körper aber nicht unbedingt verändern. Wenn ein Mensch also zum Beispiel als Frau lebt, aber Geschlechtsmerkmale eines Mannes hat, kann man ihn als Transgender bezeichnen.

          Aus fast allen Ländern der Welt werden immer noch Anfeindungen von Trans-Menschen gemeldet – auch aus Deutschland. In weiten Teilen Mittel- und Südamerikas etwa sehen sie sich heftiger Gewalt, Folter und Vergewaltigungen ausgesetzt, auch in Europa kommen gewaltsame Angriffe vor.

          Mehrere Prominente hatten sich in jüngster Zeit in der Öffentlichkeit als Trans-Menschen zu erkennen gegeben. So gab es viel Aufmerksamkeit für Caitlyn Jenner, die früher als Bruce Jenner lebte und zunächst als Spitzensportler, später als Stiefvater von Fernsehpromi Kim Kardashian bekannt wurde.

          Der internationale Tag gegen Homo- und Transphobie wird jährlich am 17. Mai begangen. Er soll Toleranz für Schwule, Lesben, Transsexuelle und Transgender stärken. Brandenburgs Landtag hat anlässlich dieses Tages ein Zeichen gesetzt: Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD) und Sozialministerin Diana Golze (Linke) hissten am Dienstag erstmals in der Geschichte des Landesparlaments vor dem Gebäude die Regenbogenfahne.

          Weitere Themen

          Abschied von getötetem Achtjährigen

          Nach Frankfurter Gewaltat : Abschied von getötetem Achtjährigen

          Nach der grausamen Tat am Frankfurter Hauptbahnhof haben Angehörige, Freunde und Nachbarn in einem Gedenkgottesdienst Abschied von dem getöteten Jungen genommen. Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier war anwesend.

          Das Eis verlässt Island

          Gletscher Okjökull : Das Eis verlässt Island

          Die Gletscherschmelze ist ein eindrückliches Merkmal der Klimaerwärmung: Der einstige Gletscher Okjökull auf Island ist heute keiner mehr. Die isländische Ministerpräsidentin appelliert an die Weltgemeinschaft.

          Topmeldungen

          Gletscher Okjökull : Das Eis verlässt Island

          Die Gletscherschmelze ist ein eindrückliches Merkmal der Klimaerwärmung: Der einstige Gletscher Okjökull auf Island ist heute keiner mehr. Die isländische Ministerpräsidentin appelliert an die Weltgemeinschaft.
          In einem Gedenkgottesdienst nehmen Angehörige, Freunde und Nachbarn Abschied von dem achtjährigen Jungen

          Nach Frankfurter Gewaltat : Abschied von getötetem Achtjährigen

          Nach der grausamen Tat am Frankfurter Hauptbahnhof haben Angehörige, Freunde und Nachbarn in einem Gedenkgottesdienst Abschied von dem getöteten Jungen genommen. Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier war anwesend.
          Angestellte von Google und Youtube beim Gay Pride Festival in San Francisco, Juni 2014

          Trump gegen Google : Man nennt es Meinungsfreiheit

          Ohne das Internet wäre Donald Trump wohl nicht amerikanischer Präsident geworden. Jetzt beschwert er sich über politische Ideologisierung bei Google. Aus dem Silicon Valley schallt es zurück.
          Im Jahr 2016 ist es in Kalkutta zwar noch wuseliger, aber die Anzahl der Läden und Fahrzeuge deuten auf einen Entwicklungsfortschritt hin.

          Wohlstand, Gesundheit, Bildung : Der Welt geht es immer besser

          Kurz bevor er starb, hat der schwedische Arzt Hans Rosling noch ein Buch geschrieben. Es hat eine zutiefst erschütternde These: Der Zustand der Welt verbessert sich, doch keiner bekommt es mit. Woran liegt das?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.