https://www.faz.net/-gum-9sjaz

Schock nach der Geburt : In Portugal kommt Baby ohne Gesicht zur Welt

  • Aktualisiert am

Eine Mutter hält die Hand ihres Frühchens. Bild: dpa

In Portugal sorgt eine ungewöhnliche Geburt für Aufregung. Eine Mutter brachte ein Baby ohne Gesicht zur Welt – und wusste das nicht. Der Gynäkologe verlor vorerst seine Zulassung.

          1 Min.

          In Portugal ist ein Baby ohne Gesicht zur Welt gekommen. Der Gynäkologe, der die Mutter während der Schwangerschaft betreut und die Fehlbildungen übersehen hatte, wurde daher wegen Fahrlässigkeit für ein halbes Jahr von seiner Tätigkeit suspendiert, wie der Chef des südportugiesischen Ärzteverbands, Alexandre Valentim Lourenço, am Mittwoch dem Fernsehsender RTP sagte. Der Verband sowie die portugiesische Justiz leiteten weitere Untersuchungen ein.

          Der kleine Rodrigo war am 7. Oktober ohne Nase und Augen im Krankenhaus von Setúbal südlich von Lissabon auf die Welt gekommen. Dem Baby fehlte zudem ein Teil des Schädels. Die Eltern entdeckten die Fehlbildung erst nach der Geburt. Sie stellten daraufhin eine Anzeige gegen den Gynäkologen. Das Neugeborene liegt noch im Krankenhaus.

          Der Gynäkologe hatte die Schwangere in einer Privatklinik in Setúbal betreut und bei den drei vorgeschriebenen Ultraschalluntersuchungen keinerlei Probleme festgestellt. Als er bei einer umfassenderen Ultraschalluntersuchung auf Wunsch der Eltern im sechsten Schwangerschaftsmonat eine mögliche Anomalie feststellte, gab er dennoch Entwarnung. „Er erklärte, dass manchmal einige Teile des Gesichts nicht sichtbar seien“, sagte die Schwester der Mutter, Joana Simão, dem Sender TVI 24. Zur Begründung habe der Arzt gesagt, dass das gegen den Bauch der Mutter gedrückte Gesicht eines Babys manchmal nicht zu sehen sei.

          Es war nicht das erste Mal, dass sich der Ärzteverband mit dem Gynäkologen befassen musste. Seit dem Jahr 2013 waren gegen ihn insgesamt sechs Beschwerden eingereicht worden.

          Weitere Themen

          Eine Zone höchsten Risikos

          Erdbeben in der Türkei : Eine Zone höchsten Risikos

          Nach dem schweren Erdbeben in der Osttürkei ist die Zahl der Toten auf mindestens 35 gestiegen, mehr als 1600 Menschen wurden verletzt. Die Region ist eine der seismisch aktivsten der Erde.

          Topmeldungen

          Warten auf Gäste: Türkische Taxifahrer an der syrisch-türkischen Grenze in Kilis im September 2019

          Flüchtlinge in der Türkei : Wer soll das bezahlen?

          Immer wieder weist der türkische Präsident Erdogan auf die hohen Ausgaben für die syrischen Flüchtlinge in seinem Land hin. Wie viel Geld steht der Türkei tatsächlich zur Verfügung?
          Von wegen sibirische Kälte: So weichen die mittleren Temperaturen im bisherigen Januar 2020 vom Mittelwert 1981 bis 2010 ab.

          Kalte Jahreszeit : Winterhitze

          Vergangene Woche war es zwar endlich etwas kälter, doch mit einem richtigen Winter wird es in diesem Jahr wohl nichts mehr.
          Späte Gerechtigkeit: Der Angeklagte Oswald Kaduk am 20. Dezember 1963 im Auschwitz-Prozess in Frankfurt

          Aufarbeitung des Völkermords : Auschwitz vor Gericht

          Auch nach dem Frankfurter Auschwitz-Prozess 1963 blieben viele Helfer und Helfershelfer des monströsen Völkermordes unbehelligt. Doch unabhängig von Strafprozessen gegen noch lebende Täter bleibt Auschwitz im Recht präsent.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.