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Verbot in Ägypten : Auf gefährlicher Drachenjagd

Und die Zeit verfliegt: Kinder und Jugendliche in Kairo lassen ihre selbstgebauten Drachen steigen. Bild: EPA

In Ägypten haben sich Kinder und Jugendliche während der Schulschließungen die Zeit mit selbstgebauten Flugdrachen vertrieben. Doch nach einigen Unfällen wollen die Behörden den Freizeitspaß verbieten.

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          Wenn vom Durchgreifen der ägyptischen Behörden die Rede war, sind in den vergangenen Jahren meist bestimmte Bereiche der Zivilgesellschaft betroffen gewesen. Nun trifft es aber ein scheinbar harmloses Freizeitvergnügen, das in dem Land zuletzt stark an Popularität gewonnen hat: Drachen steigen zu lassen.

          Christian Meier

          Redakteur in der Politik.

          Im Zuge der Beschränkungen des öffentlichen Lebens in der Corona-Pandemie, die auch in Ägypten verhängt worden sind, wurden auch Schulen, Sportklubs und Cafés geschlossen. Vor allem viele Kinder und Jugendliche begannen sich die Zeit zu vertreiben, indem sie in Kairo und anderen Teilen des Landes selbstgebastelte Flugdrachen steigen ließen. Auch in der Nacht – obwohl die Regierung im März eine nächtliche Ausgangssperre verhängt hatte. Inzwischen wurden die Beschränkungen zwar wieder gelockert, der neue Freizeitspaß blieb aber. Für manche, die ihren Job verloren haben, wurde er sogar zur Einnahmequelle: Sie bauen und verkaufen nun Flugdrachen.

          Drachen verfingen sich in Strommasten

          Nach mehreren Unfällen, die zum Teil tödliche Folgen hatten, haben Sicherheitskräfte in Kairo nun aber Hunderte Drachen beschlagnahmt und gehen gegen Hersteller und Verkäufer vor, aber auch gegen diejenigen, die Drachen steigen lassen. Ebenso in der Küstenstadt Alexandria.

          Gewagtes Klettermanöver? In den vergangenen Wochen soll es wiederholt Unfälle gegeben haben.

          In Kairo und Alexandria, aber auch in anderen Städten werden Gebäude oft ohne Baugenehmigung errichtet; die Folge ist, dass viele Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten werden. Medienberichten zufolge ist es in den vergangenen Wochen zu mehreren Unfällen gekommen, bei denen Kinder oder Jugendliche von Dächern stürzten, auf denen sie Drachen steigen ließen. Andere Drachen verfingen sich in Strommasten.

          Ein Abgeordneter, Faika Fahim, wandte sich deswegen vor einigen Tagen an Ministerpräsident Mustafa Madbuli sowie den Minister für örtliche Entwicklung, Mahmud Scharawi. Fahim forderte, das Drachen-Verbot im ganzen Land einzuführen, auch weil Drachen eine Gefahr für Autofahrer darstellen könnten.

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