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Grundeinkommen im Versuch : „Einer wollte sein Geld zurückzahlen“

Vereinsgründer: Michael Bohmeyer Bild: dpa

Ein Verein verlost ein bedingungsloses Grundeinkommen. Was macht das mit den Gewinnern – und gehen sie noch arbeiten? Ein Gespräch mit dem Vereinsgründer, der seit 13 Jahren selbst eine Art Grundeinkommen bekommt.

          7 Min.

          Herr Bohmeyer, wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Verein zu gründen, der bedingungsloses Grundeinkommen verlost?

          Katrin Hummel
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ich habe das Glück, dass ich selbst so eine Art bedingungsloses Grundeinkommen bekomme, weil ich vor 13 Jahren mal eine Internetfirma gegründet habe, mit der wir Schilder verkaufen – alles vom Rauchverbotszeichen bis zur Prüfplakette. Daraus kriege ich so ziemlich genau 1000 Euro im Monat, für die ich aber nicht mehr arbeiten muss. Das hat, als das klar war, mein Leben ganz schön auf den Kopf gestellt, obwohl es deutlich weniger Geld war, als ich vorher im Monat hatte. Aber es war eben bedingungslos, und ich konnte mir überlegen, was ich wirklich im Leben machen wollte. Ich wurde dadurch gesünder, hatte eine bessere Beziehung zu meinem Kind, hatte den Kopf voller Ideen, wurde mutiger und selbstreflektierter. Und dann dachte ich: Wenn das die Wirkung von bedingungslosem Grundeinkommen ist, möchte ich ausprobieren, ob es anderen genauso geht.

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