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Im Gespräch: Pierce Brosnan : „Mit meinem Alter Ego muss ich leben“

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Es gibt diese Phasen, in denen ich in den Spiegel sehe und denke: Das ist er. Diese eigenartige Version von mir. Ich nenne sie meine „Himness“ (von englisch „him“, er). Es ist dieses Image, das ich mit meinen Filmen geschaffen habe. Als junger Schauspieler suchst du eben nach etwas, um dich von den anderen zu unterscheiden. Und irgendwann endest du dann mit diesem Alter Ego, diesem anderen Kerl. Und mit dem muss ich jetzt leben. Aber es gibt Schlimmeres.

Warum hatten Sie nie Skandale?

Als junger Schauspieler wollte ich natürlich den Erfolg, und ich wollte ein Filmstar werden. An das Geld habe ich eigentlich gar nicht so sehr gedacht. Filmstar, das war das Ziel, schon zu dem Zeitpunkt, als ich noch zur Schauspielschule ging, denn ich liebte das Kino und die Schauspieler. Diese ganzen Nebenaspekte, alles, was Potential zum Skandal hat, fand ich weniger interessant. Gut, ich habe schon immer gerne schöne Anzüge, Schuhe und Hemden getragen. Aber darüber hinaus wollte ich nur so werden wie die Kollegen, zu denen ich aufgesehen habe. Und wissen Sie was? Das will ich immer noch.

Sagt der Filmstar. Haben Sie ernsthaft das Gefühl, noch nicht am Ziel angekommen zu sein?

Wissen Sie, alles, was man hat, ist der Moment. Den einen Film, die Premiere. „Golden Eye“ oder „Thomas Crown“. Und dann ist es wieder verschwunden, und du willst es zurück. Weil es so berauschend ist. Und es klingt blöd, aber für mich ist es ein gutes Gefühl, Zuschauer glücklich zu machen. Ich will die Leute antörnen, denn das ist die Freude an der Sache. Ich finde es immer noch phantastisch, wenn Menschen zu mir kommen und sagen: Ich hatte einen grandiosen Abend im Kino, ich mochte diesen Film. Ich finde es ja selbst toll, Kollegen wie George Clooney auf der Leinwand zu sehen oder Matthew McConaughey. Und in solchen Momenten denke ich immer: Ich muss besser werden. Schließlich habe ich eine Verantwortung dem Publikum gegenüber. Die zahlen Eintritt, um dich zu sehen, und dann darfst du sie nicht enttäuschen und musst liefern.

Haben Sie das Gefühl, nicht zu den Clooneys und McConaugheys zu gehören?

Ich gehöre schon irgendwie dazu. Aber ich bleibe auch immer ein Fan. Und dann ist es auch immer komisch, sich zu diesem Stamm der Filmstars zugehörig zu fühlen, weil ich ein sehr abgeschiedenes Leben führe, das sich vor allem um meine Frau und die Kinder dreht. Morgens stehe ich um sechs Uhr auf, laufe im Schlafanzug herum, bringe die Kinder zur Schule, gehe ins Fitnessstudio, gehe mit dem Hund raus, trinke meinen Kaffee, lese die Tageszeitung. Ich lebe in einer Nachbarschaft, die mich gut kennt, weil ich schon lange ein Teil von ihr bin. Und dann sitze ich da und frage mich, was wohl mein nächster Job sein wird. Da existiert sehr viel Normalität, bis ich wieder meine Koffer packen muss und auf Wanderschaft gehe. Das ist eine eigenartige Dualität. Ich komme dann in einem anderen Teil der Welt an, versuche mein Hotelzimmer schnell zu einem Zuhause zu machen und bin nur noch mit Film beschäftigt.

Wie macht man ein Hotelzimmer schnell zum Zuhause?

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