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Erstmals mehr als 20 Grad : Alle tanken Sonne!

Sonnenuntergang auf dem Tempelhofer Feld in Berlin-Neukölln Bild: dpa

Auf arktische Luft folgt etwas, das sich nach Frühling anfühlt. Von der Nordsee bis nach Bayern genießen die Menschen am Wochenende die Sonnenstrahlen – mancherorts ohne die Corona-Regeln zu beachten. Und: Vorerst bleibt es schön.

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Vor wenigen Tagen konnten die Winterjacken kaum dick genug sein, jetzt reicht in der Sonne manchmal schon ein Pullover: Hoch „Ilonka“ beschert Deutschland frühlingshaftes Wetter. Das Hoch liege über Südosteuropa und mache keine Anstalten, von dort zu verschwinden, hieß es am Sonntag vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach.

          Tiefdruckgebiete hätten keine Chance, mit ihren Fronten auf Deutschland überzugreifen. „Eine Änderung der Wetterlage deutet sich frühestens zum kommenden Wochenende hin an“, erläuterte Meteorologe Marcel Schmid aus der DWD-Wettervorhersagezentrale.

          Bereits am Samstag und Sonntag zog es viele Menschen nach draußen. Erstmals in diesem Jahr wurde dem DWD zufolge die 20-Grad-Marke geknackt: In Müllheim bei Freiburg seien am Samstagnachmittag 20,3 Grad gemessen worden. Nachdem Polarluft an den beiden Wochenenden davor zu Eiseskälte geführt hatte, waren nun die Parks voller Spaziergänger, auf den Straßen waren Leute mit Motorrädern oder Cabrios unterwegs. Vielerorts lassen sich die ersten Frühlingsblüher blicken.

          Angesichts vieler Tagesausflügler sah sich die Polizei mancherorts gefordert, die Einhaltung der Corona-Regeln zu kontrollieren – etwa im Ostseebad Boltenhagen in Mecklenburg-Vorpommern: Dort fielen der Polizei nach eigenen Angaben etliche Autos aus benachbarten Bundesländern auf, so dass man an den Ortseingängen Kontrollstellen eingerichtet habe. Allein am Samstag seien dort 65 Menschen aus 28 Fahrzeugen abgewiesen und zur Rückreise aufgefordert worden, teilte die Polizei in Rostock mit.

          Musste vorübergehend geschlossen werden: Die Gedenkstätte Walhalla in Donaustauf bei Regensburg
          Musste vorübergehend geschlossen werden: Die Gedenkstätte Walhalla in Donaustauf bei Regensburg : Bild: dpa

          In Bayern wurde wegen des großen Andrangs bei sonnigem Wetter die Gedenkstätte Walhalla in Donaustauf gesperrt. Viele Menschen hätten dort am Samstag keine Masken getragen und keinen Corona-Abstand gehalten, teilte die Polizei am Sonntag mit. Sie sprach zudem von einem „wahren Verkehrschaos“. Anwohner hatten sich über Falschparker beschwert.

          Auch anderswo wurde es bei milden Temperaturen und viel Sonnenschein eng auf Straßen, Plätzen und in Grünanlagen. Aus Mainz berichtete die Polizei am Wochenende, Gruppen hätten zusammengestanden, Spaziergänger und Radfahrer hätten sich die zu eng gewordenen Wege geteilt, an Getränkeständen habe es teils lange Schlangen gegeben. In Frankfurt tummelten sich die Menschen vor allem vor Cafés, die ihre Getränke zum Mitnehmen anboten, und den wenigen bereits geöffneten Eisdielen.

          Auch in Nordrhein-Westfalen hat das Wetter die Menschen nach draußen gelockt. „Es sind schon deutlich mehr Personen unterwegs als in der vergangenen Woche bei dem schlechten Wetter“, sagte ein Sprecher der Polizei Köln am Samstagnachmittag. Das seien jedoch meist Paare oder Familien. Größere Ansammlungen von Menschen habe es zunächst nicht gegeben. Das bestätigt auch die Polizei in Düsseldorf. Das Ordnungsamt sei in Richtung Altstadt unterwegs, sagte ein Sprecher. Doch auch dort gebe es bislang keine größeren Verstöße gegen die Corona-Verordnungen.

          Wer Sonne tanken will, hat dazu in den nächsten Tagen noch gute Chancen: Nach Auflösung einzelner Nebelfelder, die sich vor allem in Süddeutschland nachts ausbilden, scheint die Sonne häufig etwa zehn Stunden am Tag, hieß es in der DWD-Vorhersage. Allerdings gelange Saharastaub zu uns, so dass der Himmel sich teilweise etwas milchig zeige und das Sonnenlicht einen rötlichen Touch annehme. Das wiederum verspreche sehenswerte Sonnenauf- und -untergänge.

          Auch die Temperaturen bleiben mild. „Meist liegen sie zwischen 12 und 18 Grad“, kündigte der DWD an. An den Nordrändern der westlichen und südwestlichen Mittelgebirge sowie am Oberrhein seien auch Spitzenwerte um oder knapp über 20 Grad möglich. Die Nächte könnten noch leicht frostig sein, insbesondere im Süden.

          Ab an den Strand: Die Menschen genossen das Wetter im niedersächsischen Dangast
          Ab an den Strand: Die Menschen genossen das Wetter im niedersächsischen Dangast : Bild: dpa
          Noch mutiger waren diese Menschen: Sie nahmen gleich ein Bad in der Ostsee am Strand von Warnemünde. Das Wasser dort hatte übrigens nur zwei Grad.
          Noch mutiger waren diese Menschen: Sie nahmen gleich ein Bad in der Ostsee am Strand von Warnemünde. Das Wasser dort hatte übrigens nur zwei Grad. : Bild: dpa
          Auch die Frankfurter waren draußen, wie hier am Lohrberg mit Blick auf die Skyline.
          Auch die Frankfurter waren draußen, wie hier am Lohrberg mit Blick auf die Skyline. : Bild: dpa
          Ein Polizeiwagen kontrolliert auf dem Tempelhofer Feld, ob Abstände eingehalten und Masken aufgesetzt wurden.
          Ein Polizeiwagen kontrolliert auf dem Tempelhofer Feld, ob Abstände eingehalten und Masken aufgesetzt wurden. : Bild: dpa

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