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Ihre Meinung ist gefragt : Ein Planet namens Brunhilde?

  • Aktualisiert am

Ein Exoplanet kreist um den Stern Beta Pictoris. Bild: Reuters

Wie würden Sie einen Planeten und seinen Stern benennen, wenn Sie die Wahl hätten? Wir haben bei unseren Lesern nachgefragt und lassen nun über die besten Namen abstimmen.

          Einmal einen Planeten benennen – das macht die Internationale Astronomische Union (IAU) möglich: Sie hat zu ihrem 100. Jubiläum dazu aufgerufen, Namensvorschläge für Exoplaneten und die von ihnen umkreisten Sterne einzureichen – gesucht wird also ein Namenspaar. Jedem Land wurde hierfür ein „eigener“ Planet samt Stern zugeteilt, den man von dem jeweiligen Standort aus bei klarer Sicht und mit einem Fernrohr sehen kann. So auch der Planet mit der Katalognummer HD32518b, dem Deutschland einen neuen Namen geben soll.

          Weil es bis zur offiziellen Abstimmung im Herbst noch eine Weile hin ist, wollten wir schon einmal wissen, welche Vorschläge die F.A.Z.-Leser für den Planeten mit dem umständlichen Katalognamen hätten. Aus den Einsendungen haben wir eine kleine Vorauswahl getroffen, über die Sie jetzt abstimmen können. 

          Die Regeln für die Namensvergabe sind dabei nicht ganz einfach: Namen mit politischen oder militärischen Hintergrund fallen ebenso weg wie Namen von noch lebenden Personen oder von Personen, die vor weniger als 100 Jahren noch am Leben waren. Der Leservorschlag, die beiden Himmelskörper Kinski und seinen Stern Herzog zu nennen, kommt deshalb nicht zur Abstimmung: Auch wenn Klaus Kinski bereits verstorben ist, ist der mit ihm in Hassliebe verbundene Regisseur Werner Herzog noch quicklebendig.

          Erfundene Namen, wie zum Beispiel Planety und McPlanetface haben bei uns zwar für Lacher gesorgt, sind aber ebenfalls vom IAU ausgeschlossen. Dieser Leservorschlag ist eine Anspielung auf das Forschungsschiff, für das in der Vergangenheit zu einer ähnlichen Namensfindungsaktion ausgerufen wurde – Gewinner war der Name „Boaty McBoatface“.

          Safa und Marva, die beiden heiligen Hügel in Mekka, zwischen denen die Pilger hin und her wandern, sind ebenfalls aus dem Rennen: Auch religiöse Namensgeber sind nicht erlaubt. Etwas anders sieht es mit der Mythologie aus: So würde zum Beispiel das vorgeschlagene Namenspaar des griechischen Gottes Zeus und seines Vaters Kronos zählen, wenn Zeus nicht bereits für einen anderen Planeten vergeben wäre.

          Also kommen wir zu den Namen, die auch den Anforderungen des IAU standhalten würden: Da wäre zum einen der Vorschlag, den Planeten und den Stern „Friday“ und „Future“, in Anlehnung an die Schülerproteste für eine radikalere Umweltpolitik zu nennen. Auch naturverbunden, aber wohl eher dem beliebten Biergebräu zuliebe, möchte ein Leser „Hopfen“ und „Malz“ mit in die Runde werfen.

          Eine Sage und ein Märchen finden sich ebenfalls unter den von uns ausgewählten Kandidaten. Siegfried und seine Brunhilde aus der Nibelungensage konkurrieren direkt mit den Geschwistern Hänsel und Gretel, um ihren Platz am Sternhimmel zu ergattern. Verrat und Verführung, die jeweiligen Motive der Erzählungen, könnten für das richtige Spannungsfeld im Weltall sorgen.

          Ebenfalls aus dem literarischen Feld und zur Ehrung großer Dichtungskunst, möchte ein Leser den Exoplanet und den Stern nach Goethe und Schiller benennen. Vielleicht hat dieser Leser auch an Goethes Worte gedacht: „Die Sterne, die begehrt man nicht/ Man freut sich ihrer Pracht/ Und mit Entzücken blickt man auf/ In jeder heitern Nacht.“

          Aber jetzt ist Ihre Meinung gefragt:

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