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Idris Elba im Interview : „Ich bin 46 und lebe den Traum eines Teenagers“

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Wie süchtig sind Sie?

Die Sucht nach Speed ist eine ganz spezielle. Denn ich erlebe diesen Moment der Höchstgeschwindigkeit – und schalte dann wieder runter. Dann wird es wieder ganz ruhig. Es fühlt sich wie die ultimative Kontrolle an. Deswegen macht es auch so einen Spaß, auf deutschen Autobahnen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung zu fahren. Ich habe mal einen Film in Mannheim gedreht und bin in meiner Freizeit oft auf die Autobahn gefahren. Auf einer Rallye sind wir einmal auch durch Deutschland gefahren. Aber da sind unsere Autos beschlagnahmt worden, weil wir offenbar verkehrswidrig gefahren sind.

Sie sind außerdem Kickboxer, Produzent, Regisseur, Musiker. Haben all diese Nebenschauplätze etwas gemeinsam?

Letztendlich geht es darum, mich meinen Ängsten zu stellen.

Wann haben Sie diese Lebensstrategie entwickelt?

Die menschliche Spezies lernt ja in erster Linie durch Angst. Das ist unsere Motivation, programmiert unsere Gehirne. Am Ende geht es immer darum: Macht es mir Angst oder nicht? Wir suchen sogar Freunde und Lebenspartner nach diesem Muster aus. Wie sehr machen diese Menschen mir Angst? Angst regiert einen großen Teil unseres Lebens. Vielleicht haben Sie sogar Angst davor, dass Ihre Frau sie nicht mehr mag, wenn Sie keinen Bart tragen. Indem ich mich meinen Ängsten aussetze, habe ich ein besser ausbalanciertes Leben. Ich will meine Entscheidung nicht aus Angst vor dem Unbekannten treffen, sondern Dinge ausprobieren.

Wie viel Angst haben Sie vor der Kamera?

Ständig. Ich mache andauernd Dinge zum ersten Mal. Da ist immer die Möglichkeit zu scheitern. Aber am Ende wird diese Angst meistens belohnt, weil ich etwas geschafft habe. Wissen Sie, ich bin als Einzelkind aufgewachsen und war häufig allein. Nachts hatte ich oft Angst, auch wenn es nur ein Schatten war. Und da war kein Bruder, der mich beschützen konnte. Irgendwann habe ich begriffen, ich muss mich den Schatten allein stellen.

Welche Angst wollen Sie als Nächstes in Angriff nehmen?

Die meisten großen Ängste habe ich abgearbeitet, glaube ich. Darüber zerbreche ich mir nicht mehr den Kopf. Meine einzige Angst im Moment ist die, kein glückliches Leben zu haben. Und ich arbeite ständig daran, glücklich zu sein.

Wie definieren Sie glücklich?

Glück ist für mich damit verbunden, wahrhaftig und aufrichtig zu sein. Glück bedeutet, die Wahrheit zu sagen. Unglück ist, etwas vorzugeben, was du nicht bist, oder Dinge zu tun, die du nicht willst. Du lebst in einer falschen Beziehung, hast den falschen Job, das falsche Auto. Das ist kein glückliches Leben. Ich bin jetzt 46 Jahre alt. Glauben Sie mir, ich habe viel erlebt und weiß, was mich glücklich macht. Ich war auch unglücklich, aber ich habe daraus gelernt und bin immer noch da. Das vollkommene Glück habe ich auch noch nicht gefunden. Aber ich arbeite daran.

Eine Ihrer weiteren Fähigkeiten ist Ihr Nebenjob als DJ. Sie hatten in den vergangenen Monaten zwei herausragende Engagements. Sie haben auf dem legendären Coachella Festival und auf der königlichen Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle aufgelegt. Vor welchem Termin hatten Sie größere Angst?

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