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Nach Korruptionsprozess : König Felipes Schwager muss ins Gefängnis

Das Urteil steht: Iñaki Urdangarin, Schwager des spanischen Königs, verlässt das Gerichtsgebäude Bild: dpa

Unter anderem wegen der Veruntreuung von sechs Millionen Euro Steuergeldern muss der Schwager des spanischen Königs Felipe innerhalb von fünf Tagen seine Haftstrafe antreten – und das für fast sechs Jahre.

          Der Schwager des spanischen Königs Felipe muss innerhalb von fünf Tagen ins Gefängnis. Iñaki Urdangarin, der Ehemann der Infantin Cristina, erschien am Mittwoch persönlich vor dem Oberlandesgericht der Balearen in Palma de Mallorca, wo man ihm die Frist mitteilte. Es war zunächst unklar, ob er dagegen Berufung vor dem Verfassungsgericht einlegt oder um Begnadigung bittet. In beiden Fällen gelten die Erfolgsaussichten als gering. Als ein mögliches Gefängnis wurde in der spanischen Presse am Mittwoch eine Haftanstalt auf der Insel Menorca genannt.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Am Dienstag hatte der Oberste Gerichtshof in Madrid ein Urteil aus dem vergangenen Jahr nur geringfügig korrigiert. Ursprünglich war der 50 Jahre alte Urdangarin wegen der Veruntreuung von sechs Millionen Euro Steuergeldern, Geldwäsche, Urkundenfälschung und Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Dazu kommt noch eine Geldstrafe von gut einer halben Million Euro. Jetzt muss er für fünf Jahre und zehn Monate in Haft. Nach dem Urteil im Februar 2017 durfte Urdangarin mit seinen vier Kindern und seiner Ehefrau ohne Kaution oder andere Auflagen weiter in Genf leben.

          Der 1968 im Baskenland geborene, fast zwei Meter große Urdangarin war in den neunziger Jahren mit der spanischen Handballnationalmannschaft Olympiadritter und Zweiter bei der Europameisterschaft geworden. Seine Bekanntheit und die Nähe zur Königsfamilie nutzte er, um seinen eigenen Reichtum zu mehren. Mit 17 anderen Angeklagten gründete und verwaltete er die vermeintlich gemeinnützige Stiftung „Noos“. Sie organisierte für Regionalregierungen Sportveranstaltungen und Konferenzen zu überhöhten Preisen.

          Mehrere von ihnen wurden ebenfalls zu Freiheitsstrafen verurteilt. Auch seine Ehefrau Cristina war in dem Verfahren wegen Beihilfe zum Steuerbetrug angeklagt und freigesprochen worden. Eine Geldbuße hatten die Richter am Dienstag noch einmal deutlich reduziert. Als sie und ihr Ehemann wegen Korruption vor Gericht standen, stellte König Felipe den Kontakt zu seiner älteren Schwester Cristina ein und verbannte sie vom Königshof. Zudem entzog er ihr den Titel der Herzogin von Palma. Nach Cristinas Freispruch begann eine vorsichtige Annäherung zu ihr und ihren Kindern, die bald von den Bildern von Urdangarins Haftantritt überschattet werden könnten. In Spanien wurde darüber spekuliert, dass Cristina mit ihren Kindern von Genf in die Nähe des Gefängnisses ziehen wird, in dem ihr Ehemann seine Strafe verbüßen wird.

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