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Hugh Jackmann : „Wie cool ist das denn?“

  • Aktualisiert am

Hugh Jackman „muss nichts mehr für Geld machen, hat aber schon alles mögliche nur für Geld gemacht“ Bild: dapd

Ab Donnerstag kämpft Hugh Jackman in „Real Steel“ als Boxer gegen Roboter. Eine eher ungewöhnliche Rolle für den vielseitigen Schauspieler. Wie es zu dieser Wahl kam erzählt er im Interview.

          5 Min.

          Hugh Jackman - endlich ein Interview-Termin, der die Freundinnen beeindruckt. All die Manager, Banker, Politiker ernten großes Gähnen. Aber Hugh Jackman, Schauspieler, Sänger, Australier, "sexiest man alive", das wirkt. Selten boten sich so viele Interview-Assistentinnen an. Von wegen. Der gehört mir - und den 12 anderen Kollegen, die sich an diesem Sonntag im "Bayerischen Hof" in München Hugh Jackmans neuen Film "Real Steel" ansehen dürfen - oder müssen -, alle 127 Minuten, bevor jeder 20 Minuten Gespräch führen darf.

          Die Handlung des Films ist folgende: In naher Zukunft werden Boxkämpfe nicht von Menschen ausgetragen, sondern von Robotern. Jackman spielt einen chronisch abgebrannten Roboter-Manager. Im Laufe des Films bringt er einem kleinen Underdog-Roboter das Boxen bei, versöhnt sich mit seinem Sohn Max, läuft seinen Gläubigern davon und gewinnt das Herz der Tochter seines Box-Mentors.

          Mr. Jackman, Sie sind extrem vielseitig: Sie haben in Musicals gesungen, Theater gespielt, Action-filme, Komödien und Heimatfilme über Australien gedreht. Gibt es eine Rolle, die Sie für Geld nicht spielen würden?

          Nun, ich hoffe doch, dass ich niemals Mist drehen würde.

          Aber jetzt haben Sie nun einmal diesen Roboterfilm gemacht . . .

          Wie, hat er Ihnen nicht gefallen?

          Ehrlich gesagt, nicht so gut. Aber: Ich habe mich dabei ertappt, dass ich dem kleinen Roboter im letzten Kampf gegen die böse Super-maschine die Daumen gedrückt habe.

          Sehen Sie! Das ist genau die Reaktion, die wir uns von den Zuschauern wünschen. Sie sollen in die Geschichte eintauchen, die Menschlichkeit der Maschinen entdecken.

          Aber wir sind uns einig, dass man Sie für "Real Steel" wohl nicht im Charakterfach einordnen wird.

          Na klar, aber das liegt daran, dass die Leute zu fixiert sind auf Genres. Es ist unfair, einen Film in die Trash-Schublade zu stecken, nur weil Roboter und Superhelden darin vorkommen. Denken Sie an "Terminator II" oder "2001: Odyssee im Weltraum". Das sind phantastische Filme, toll gespielt, die das Publikum bewegen - mit Maschinen in Hauptrollen. Umgekehrt gibt es miese Dramen oder Thriller ganz ohne Roboter.

          Was haben Ihre Freunde gesagt, als Sie erzählt haben: Hey Leute, mein nächster Film handelt von boxenden Robotern.

          Haha, stimmt schon, ich habe 18 harte Monate hinter mir. Für manche Freunde klang die Idee zu abgefahren. Ich habe ihnen gesagt, wartet ab. Und das Ergebnis gefällt allen. Ich bin stolz auf diesen Film.

          Mögen Sie Science Fiction?

          Ich bin da nicht so festgelegt. Aber mein Filmgeschmack ist zugegeben recht kommerziell. Ich liebe zum Beispiel Indiana-Jones-Filme. Die hat sicher kein Kritiker gelobt.

          Macht es Ihnen noch Spaß, Filme zu sehen, obwohl Sie genau wissen, wie sie gemacht werden?

           Absolut. Sie lesen auch Zeitung, oder? Ich kann Filme sehr genießen, sie ziehen mich noch immer in ihren Bann.

          Würden Sie eine Rolle nur des Geldes wegen annehmen?

          Ich muss nichts mehr für Geld machen. Aber ich habe schon alles mögliche nur für Geld gemacht. Vor 15 Jahren musste ich mich für 12 Dollar die Stunde in ein Koalabär-Kostüm zwängen. Als erste Rolle nach der Schauspielschule spielte ich in einer Reality-Show über Mode einen Typ, der keine Ahnung von Mode hat und Fragen stellt wie "Was ist ein Knopfloch?". Sie sehen, bei mir ist noch jede Menge Luft nach unten. Man weiß nie, wie das Leben spielt.

          Wie wählen Sie ein Skript wie "Real Steel" aus?

          Es ging ganz schnell. Regisseur Shawn Levy hatte sich kurzfristig angemeldet bei mir in New York. Ich war eigentlich skeptisch bei der Story, aber dachte dann, warum nicht, ich lese dieses Skript jetzt in einem Rutsch. Also habe ich es meinem Sohn nach dem Baden als Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen. Er malte dabei so herum mit seinen Buntstiften, aber bald hörte er sehr aufmerksam zu. Da wusste ich, das Skript taugt was.

          Haben Sie mit verteilten Rollen gelesen?

          Klar. Ich habe mich reingehängt.

          Ihr Adoptivsohn ist elf, wie der Junge im Film. Sie hätten ihn als Film-Sohn nehmen können.

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