https://www.faz.net/-gum-929il

Hugh Hefner mit 91 gestorben : Der ewige Playboy

  • Aktualisiert am

Der ewige Playboy: Bilder von Hugh Hefner ohne leichtbekleidete Frauen an seiner Seite findet man selten. Bild: Picture-Alliance

Mit dem „Playboy“ attackierte er prüde Moralvorstellungen in Amerika und schuf eine weltweit bekannte Marke. Nun ist Hugh Hefner im Alter von 91 Jahren gestorben. Nicht nur prominente Männer trauern um ihn.

          „Playboy“-Gründer Hugh Hefner ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Das teilte das Unternehmen Playboy Enterprises am Mittwochabend (Ortszeit) mit. Hefner „starb friedlich und unter natürlichen Umständen in seinem Haus 'The Playboy Mansion' im Kreis geliebter Menschen“, hieß es in der Mitteilung. Auf Twitter bestätigte der „Playboy“ den Tod des 91-Jährigen und postete ein Foto des Magazingründers mit der Überschrift „Die amerikanische Ikone“ und einem seiner berühmtesten Zitate: „Das Leben ist zu kurz, um den Traum eines anderen zu leben.“

          Hefners Sohn Cooper (26), inzwischen Chef-Kreativer bei Playboy Enterprises, erklärte, sein Vater habe ein außergewöhnliches und wirkungsvolles Leben gehabt. Er sei ein medialer und kultureller Pionier gewesen, der stets Redefreiheit, Bürgerrechte und die sexuelle Befreiung verfochten habe.

          Attacke aufs prüde Amerika: 1953 gründete Hugh Hefner den Playboy. Bilderstrecke

          Hugh Hefner gründete den „Playboy“ 1953. Die Mischung aus Nacktaufnahmen, Artikeln, Interviews, deftigen Herrenwitzen und Tipps für den Umgang mit Frauen veränderte in den folgenden Jahrzehnten nach und nach die Moralvorstellungen der damals prüden amerikanischen Gesellschaft. Der ursprünglich aus Chicago stammende Hefner schaffte zugleich ein Imperium, dessen Wert heute auf 500 Millionen Dollar (425 Mio Euro) geschätzt wird. Begonnen hatte er laut „Hollywood Reporter“ mit gerade einmal 8000 Dollar.

          Viele Prominente würdigten Hefner über Twitter. Der amerikanische Schauspieler Mark Hamill („Krieg der Sterne“) schrieb, er habe Hefner kurz vor der Premiere des ersten „Star Wars“-Films kennengelernt. Hefner sei in der Folge ein lieber, aufmerksamer und loyaler Freund geworden. Reality-Star Kim Kardashian erklärte: „Du wirst sehr vermisst werden! Liebe dich Hef!“ Sie schwelge gerade mit Glamourgirl Paris Hilton in schönen Erinnerungen an die Partys in der „Playboy Mansion“. „Hef“ sei ein großartiger Mann gewesen, schrieb Kiss-Bassist Gene Simmons. „Dein Vermächtnis wird weiterleben“, fuhr er fort.

          Die Marke mit den stilisierten Hasen gilt als eine der bekanntesten Amerikas. In den vergangenen Jahren versuchte das Unternehmen, seine Ausrichtung im Erotikgeschäft zu verändern: Um auch auf Twitter und Facebook aktiv sein zu können, gestalteten die Macher die amerikanische Webseite in den vergangenen Jahren jugendfreier. Im amerikanischen Heft waren sogar vorübergehend keine nackten Frauen mehr zu sehen. Dieser Schritt wurde jedoch kurze Zeit später wieder rückgängig gemacht.

          Hugh Hefner war in seinem Leben drei Mal verheiratet und sprach selbst von zusätzlich über tausend Liebschaften. In den letzten Jahren war es ruhiger um den Lebemann geworden, dessen Markenzeichen ein roter Morgenmantel aus Samt war. Sogar seine weltberühmte Villa „Playboy Mansion“ hatte Hefner 2016 für den stolzen Preis von 100 Millionen Dollar verkauft - allerdings nicht ohne sich dabei lebenslanges Wohnrecht zu sichern. Als letzte Ruhestätte sicherte sich Hefner 2009 ein Grab neben Hollywood-Ikone Marilyn Monroe, die das Cover der ersten Ausgabe des „Playboys“ zierte. „Wer will nicht bis in alle Ewigkeit neben Marilyn liegen?“, sagte er damals.

          Weitere Themen

          Diese Bilder im Kopf

          FAZ Plus Artikel: Helfer nach Anschlägen : Diese Bilder im Kopf

          Der Anschlag von Straßburg ruft auch den Terror am Breitscheidplatz in Erinnerung. Neben den Verletzten und den Familien der Opfer haben auch die Helfer von damals bis heute mit dem Geschehen zu kämpfen. Gerade Frauen tun sich schwer.

          Wetterdienst warnt vor Glatteis

          Zahlreiche Unfälle : Wetterdienst warnt vor Glatteis

          Der erste Schnee hat am dritten Advent für große Freude auf den Skipisten, aber auch für viele Unfälle gesorgt. Vor allem in Bayern und im Osten Deutschlands könnten sich die Fahrbahnen auch heute wieder in Rutschbahnen verwandeln.

          Topmeldungen

          Würde Kanzlerin: Annegret Kramp-Karrenbauer

          Sonntagsfrage : Kramp-Karrenbauer vor SPD-Konkurrenten

          Die neue CDU-Vorsitzende würde in einer Direktwahl sämtliche Sozialdemokraten deutlich überflügeln. Altkanzler Schröder warnt die Partei derweil vor einem Linkskurs. Wahlen würden in der Mitte gewonnen, sagt er.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.