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Wegen Ablehnung von Ai Weiwei : Hongkonger Aktivist fordert Boykott der Berlinale

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Der Hongkonger Demokratieaktivist Joshua Wong im September 2019 vor der Bundespressekonferenz in Berlin Bild: EPA

Joshua Wong verteidigt den chinesischen Künstler Ai Weiwei, dessen Filme die Berlinale wiederholt ablehnte. Nach Meinung des Demokratieaktivisten dränge das Festival „alle politischen Dissidenten, die China nicht mag“, hinaus, um Sponsoren nicht zu verärgern.

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          Wegen der Berlinale-Ablehnung des neuen Dokumentarfilms des chinesischen Dissidenten Ai Weiwei hat der Hongkonger Demokratieaktivist Joshua Wong einen Boykott des Berliner Festivals gefordert. „Die Gesellschaft sollte das Festival boykottieren – um klarzustellen, dass wir an unseren Werten festhalten und dass wir diese Werte über die Strahlkraft von Dollarscheinen stellen", sagte Wong in einem Interview mit der Zeitung „Welt am Sonntag“.

          Die Filme des Künstlers Ai Weiwei waren wiederholt von der Berlinale abgelehnt worden. Der Künstler selbst vermutete dahinter die Einflussnahme Chinas und chinesischer Sponsoren. Die Berlinale-Verantwortlichen wiesen die Vorwürfe mehrfach zurück.

          „Für mich ist klar, dass Ai Weiwei wegen seines politischen Status nicht zum Festival zugelassen wurde“, sagte Wong. Die Ablehnung solcher Filme habe „einen Grund: nämlich zukünftige finanzielle Unterstützung zu sichern, indem man alle politischen Dissidenten, die China nicht mag, hinausdrängt“, fügte der 23-Jährige hinzu.

          Das Berliner Babylon-Kino zeigt parallel zur Berlinale das filmische Werk des chinesischen Künstlers Ai Weiwei.

          Wong ist einer der prominentesten Demokratieaktivisten Hongkongs. Er wurde 2014 durch die „Regenschirm“-Protestbewegung bekannt und führt die seit Juni andauernden Anti-Regierungsproteste in der chinesischen Sonderverwaltungszone an.

          Der Künstler Ai Weiwei sorgte zuletzt vor allem wegen seiner Kritik an Deutschland hierzulande für Aufsehen: Das Land tue so, als wäre es offen, dabei seien die Deutschen „sehr engstirnig“ und „verschlossen“, bekräftigte Ai Anfang Februar seine Kritik im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. Der Künstler hatte jahrelang in Berlin gelebt, zog aber kürzlich nach Großbritannien.

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