https://www.faz.net/-gum-a8arr

Homosexualität in Nigeria : Bolu Okupes Outing sorgt für Aufsehen

  • Aktualisiert am

Taste the rainbow: Bolu Okupe steht in den sozialen Netzwerken zu seiner sexuellen Orientierung. Bild: instagram.com/boluokupe

In Nigeria drohen Homosexuellen bis zu 14 Jahren Haft. Nun sorgt ein Bekenntnis für Aufsehen: Der Sohn eines früheren Regierungsberaters hat sich in sozialen Netzwerken als schwul geoutet.

          1 Min.

          Er hat ein Tabu gebrochen. Zumindest ein Tabu in seiner Heimat Nigeria. „Taste the Rainbow“ schrieb der 27 Jahre alte Bolu Okupe auf Twitter und stellte ein Foto von sich dazu: mit freiem Oberkörper vor einer Fahne in Regenbogenfarben und enganliegenden Shorts in den gleichen Farben. Das Bekenntnis zur Homosexualität Ende Januar erregt weiterhin viel Aufsehen, denn Okupe ist der Sohn von Adedoyin Ajibike Okupe, bekannt als Dr. Doyin Okupe – ein Arzt und früherer Berater des damaligen Staatspräsidenten Goodluck Jonathan. In dessen Amtszeit trat 2014 ein Gesetz in Kraft, das gleichgeschlechtliche Ehen, Liebesbeziehungen sowie die Mitgliedschaft in Vereinen, die sich für die Rechte von Homosexuellen einsetzen, verbietet. Ein Verstoß kann mit Gefängnisstrafen von bis zu 14 Jahren geahndet werden. Gleichgeschlechtliche Paare, die öffentlich ihre Zuneigung zeigen, können bis zu zehn Jahre inhaftiert werden.

          Homosexualität ist in vielen afrikanischen Ländern verboten, wird als „westlich“ oder „anti-christlich“ verteufelt und teils mit Gewalt verfolgt. In Nigeria war das Gesetz 2006 vorgeschlagen und dann immer wieder verschoben worden. Jonathan selbst hatte die Unterzeichnung hinausgezögert, vermutlich wegen des Protests aus dem Ausland. Schließlich gab er – ein Jahr vor den Wahlen – dem Druck mehrerer Abgeordneter und Provinzgouverneure Land nach. Laut Zivilorganisationen wird das Gesetz genutzt, um Homosexuelle zu schikanieren.

          Okupe muss keine Anklage befürchten. Er lebt in Paris. Sein Vater zeigte sich unbeeindruckt von dem Coming-out. Er schrieb auf Twitter, er habe schon seit einer Weile von der Orientierung seines Sohns gewusst. Dieser wisse, dass er als Christ und Evangelist Homosexualität vehement ablehne. An anderer Stelle schrieb er, sein Sohn werde seine sexuelle Orientierung sicher eines Tages überdenken. Der 27 Jahre Okupe wiederum bezeichnete dies in einem Interview als unmöglich. „So bin ich, so bin ich gewesen und so werde ich immer sein.“

          Weitere Themen

          Mehrere Tote nach Schüssen an Universität

          Perm in Russland : Mehrere Tote nach Schüssen an Universität

          Am Montagmorgen sind bei einem Angriff auf die Universität in Perm acht Menschen getötet worden. Der Schütze wurde bei der Festnahme verwundet, es soll sich um einen Studenten handeln.

          Topmeldungen

          Olaf Scholz, Annalena Baerbock, Armin Laschet am Sonntagabend im Fernsehstudio von ProSieben und Sat.1. Nicht im Bild: Micky Maus.

          Die drei Trielle : Politik im Comic-Format

          Erfährt man in den Triellen wirklich, wer vertrauenswürdig, wer wählbar, wer kanzlertauglich ist? Nicht ansatzweise. Man erfährt nur, welches Zirkuspferd sein Wahlprogramm am besten verkauft.

          Post-Ost-Generation : Baby, für dich bin ich Russland!

          Unter jungen Russlanddeutschen brodelt es. Ihre Eltern und Großeltern wollten meistens schweigen. Die Kinder aber machen ihre Geschichte sichtbar – auch, wenn das Wunden aufreißt.
          Mike Pence im Juli in Washington

          Republikaner in Amerika : Will Mike Pence Präsident werden?

          Donald Trumps ehemaliger Vizepräsident tourt durch das Land und macht Wahlkampf für republikanische Kongresskandidaten – und wohl auch für sich selbst. Er könnte bei den Vorwahlen 2024 antreten.
          Um auch nach dem frühen Verlust eines Elternteils eine Erinnerung an Mama oder Papa zu haben, gibt es das Angebot des Hörbuchs für die Kinder.

          Todkranke Eltern : Fünfzig Kapitel Lachen

          Wenn Erwachsene unheilbar erkranken, wünscht man sich die Zeit anhalten zu können. Nun ist das beinahe möglich. Eltern können ihren Kinder etwas hinterlassen: eine Audiobiographie.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.