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Oberbürgermeister von Lingen : „Wir sind eben das Mallorca des Nordens“

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Zwei Kinder spielen zusammen mit ihrer Mutter und Großmutter in einem Brunnen in der Lingener Innenstadt. Bild: dpa

So heiß wie in Lingen im Emsland am Donnerstag war es in Deutschland noch nie. Das bringt den Feierabend des Oberbürgermeisters durcheinander. Er sagt, dass die Hitze in der Stadt nicht das größte Problem sei.

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          Dieter Krone ist Oberbürgermeister von Lingen. Eigentlich hätte er am Donnerstagnachmittag frei gehabt, aber das Wetter machte dem Beamten in Niedersachsen einen Strich durch die Rechnung. Nach vorläufigen Messergebnissen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurden am Donnerstag in Lingen um 17.00 Uhr 42,6 Grad registriert: neuer deutscher Rekord. Da muss der Oberbürgermeister länger bleiben – alleine wegen der Presseanfragen.

          Krone hatte schon gegen Mittag eine Vorahnung, dass es besonders heiß würde, nachdem er sich die Temperaturwerte für Deutschland angeschaut hatte. Deshalb gab er den rund 500 Bediensteten der Stadtverwaltung von 15 Uhr an hitzefrei. „Wenn man der heißeste Ort Deutschlands ist, darf man das auch tun“, sagt Krone.

          Ausnahmezustand herrsche im Ort aber nicht. Ob man spezielle Maßnahmen ergriffen habe? „Wir haben Rettungsfahrzeuge losgeschickt, die in der Stadt besonders für die älteren Mitbürger unterwegs sind.“ Die Hitze ist für die Lingener laut Krone aber nicht das größte Problem. „Die fehlenden Niederschläge machen den Leuten zu schaffen. Seit einiger Zeit gibt es fast keinen Regen. Darunter leiden die Leute.“

          Orte zum Abkühlen gebe es genug: Freibäder und Seen habe man in der Umgebung. „Aber heute zieht es die Lingener nach Hause in ihre Wohnungen, wo sie Abkühlung suchen.“ Wärmere Temperaturen sei man gewohnt: Im Juli 2018 wurden in Lingen schon 39,1 Grad Celsius gemessen, das war der lokale Rekord. Warum die Hitze in der 55.000-Einwohner-Stadt so heftig ist, kann Krone nicht beantworten. „Vielleicht, weil wir hier etwas kontinentaler liegen und eine flache Kartografie haben“, sagt er. „Wir sind eben das Mallorca des Nordens.“

          Hier wurde der Rekord gemessen: Die Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes in Lingen Bilderstrecke

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