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Herzblatt-Geschichten : Zum Schmunzeln und Wundern

Das jüngste Mitglied der berühmt-berüchtigten Kelly Family – und mit 38 Jahren vielleicht selbst bald Opa? Bild: nordphoto

Jan Ullrich scheint geläutert, Franjo Pooth getasert und Meghan Markle so glücklich wie einst Diana selbst zu sein: Die Herzblatt-Geschichten der Woche.

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          Die gute Nachricht: Mit Jan Ullrich geht es – möglicherweise – wieder bergauf. „Mir geht es schon viel besser! Ich fühle mich hier sehr sicher, kann mich ganz auf mich selbst konzentrieren“, hat Ullrich, der in einer Entzugsklinik ist, gesagt. Die schlechte Nachricht: Gesagt hat Ullrich dies der Bild-Zeitung. Und auch die wird sich gewiss weiterhin ganz auf Jan Ullrich konzentrieren.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Derweil müssen wir uns schon um die nächste Patientin sorgen: „Sie ist doch noch so jung! Barbara Schöneberger – Schock-Diagnose mit 44 Jahren – Erschütternd, was die Ärzte sagen“, titelt Woche heute. Die Symptome: Schöneberger sei „dem Sportwahn verfallen“, habe Augenringe und in einem Interview einmal über den Tod gesprochen. Die Schock-Diagnose lässt Woche heute den Psychotherapeuten Rolf Merkle sprechen: „Es könnte eine Midlifecrisis sein!“ Und das mit 44. Erschütternd! Da wir immer länger leben, sollte dieses schwere Leiden doch erst Menschen jenseits der sechzig treffen.

          Großvater mit 38 Jahren?

          Manche legen aber auch ein irres Tempo vor. Angelo Kelly etwa dürfte seine Midlifecrisis schon mit der Pubertät erledigt haben. Das zwölfte und jüngste Kind der Kelly Family ist heute 36 und selbst Vater von fünf Kindern. Vom Goldenen Blatt befragt, wann das sechste komme, antwortet er: „Ich glaube nicht, dass ich noch mal Papa werde.“ Er würde sich aber „wirklich sehr darüber freuen, Opa zu werden. Ich bin jetzt 36, und wenn ich mit 38 oder 40 Opa wäre, fände ich das richtig klasse!“ Offen lässt Kelly, welches seiner Kinder ihm alsbald die Opafreuden bescheren soll – Gabriel (heute 17), Josephine (16) oder gar Joseph (8)? Wie wir die Kelly Family kennen, werden es am Ende vermutlich alle fünf sein.

          Mit 46 Jahren noch nicht Opa, sondern Vater wird Sänger Sasha, der Gala von einem Ritual erzählt, das er mit seiner Band pflegt: „Vor dem Auftritt stellen wir uns in einen Kreis und trinken ganz klassisch einen Schnaps.“ Danach verkünde einer von ihnen das Motto des Abends, welches ein ernstes sein könne „oder ein unsinniger Reim wie ,Bevor ich in den Zoo fahre, spiele ich lieber in Hannover.‘“ Das, verehrter Sasha, ist nicht nur ein unsinniger Reim, sondern gar keiner: fahre/Hannover? Wenn Sie schon was auf diese Stadt reimen wollen, dann doch lieber „Ich spiel’ nicht in Hannover, ich bleibe auf dem Sofa“ oder etwas mit Crossover oder doofer. Übrigens fällt uns gerade noch ein ganz anderer Reim ein: „Wenn ich ins Konzert von Sasha geh’, tun mir die Ohren rascher weh.“

          Christian Lindner im Liebesurlaub mit sich selbst

          Nicht nach Hannover, sondern nach Ibiza ist Christian Lindner gefahren, behauptet Gala: „Liebesurlaub mit seiner Franca“. Es gibt dann aber keine gemeinsamen romantischen Fotos zu sehen, sondern nur Instagram-Aufnahmen von Christian Lindners Freundin sowie ein Bild von Christian Lindner selbst, das ihn – wie der Gala-Leser Christian Lindner auf Twitter anmerkt – aber nicht auf Ibiza zeigt, sondern auf Mallorca. „Zum Schmunzeln oder Wundern“ findet Lindner die „angeblich aktuelle Geschichte“, die „ohne eine Info oder eine Frage an mich“ auskomme. Zumindest darüber, dass das Foto aus einem angeblichen Liebesurlaub nur Lindner allein zeigt, wundert man sich indes nicht: Auch auf den Wahlplakaten war er ja stets nur allein zu sehen, ganz innig mit sich selbst.

          Auf den Informanten für die Titelstory „Jetzt erfahren wir alles – Meghan & Harry – Sensationelles Baby-Interview“ aus dem Neuen Blatt ist man auch gespannt. Ob dafür wieder ein namenloser Palastangestellter interviewt wurde, die namenlose Verkäuferin eines Kinderwagen-Fachgeschäfts oder, was immerhin originell wäre, irgendein Baby, von dem freilich kaum klare Aussagen zu erwarten wären? Alles falsch: Das „sensationelle Interview“ hat Das neue Blatt mit seinem eigenen London-Korrespondenten geführt („Mein Bauchgefühl sagt mir, dass Meghan bereits schwanger ist“). Womöglich gelingt dem Heft in einer kommenden Ausgabe ja ein Gespräch mit einer noch größeren Nummer, zum Beispiel mit seiner eigenen Chefredakteurin.

          Selbstgebaute Elektroschocker im Hause Pooth

          Nicht minder seriöse Quellen hat Das goldene Blatt aufgetan: „Harry & Meghan – Eine Wahrsagerin sorgt für eine Sensation“. Besagte „alte Dame“ habe prophezeit, „dass Harry und Meghan einmal zwei Söhne haben werden. Genau wie einst Prinzessin Diana!“ Es würde sich also „Dianas wunderbares Familienglück“ wiederholen. Stimmt, Dianas Familienglück ist ja stets ganz vollendet gewesen, wir erinnern uns. Grüße an Camilla!

          Wahres Familienglück scheint auch bei den Pooths zu herrschen. Der 14 Jahre alte San Diego hat gerade bei Sat1 erzählt, wie er allein einen Elektroschocker baute: „Dann habe ich meinen Vater geschockt, mit 10000 Volt, als er gerade die Kaffeebohnen nachgefüllt hat.“ Franjo habe am Bein „immer noch ein Brandmal“, ergänzt Mutter Verona, und San Diego erklärt, warum er gerade seinen Vater wählte: „Der Hund geht nicht, der würde sofort tot sein, und mein Bruder auch nicht.“ Als Einziger in der ganzen Familie für so stark gehalten zu werden, solch eine Attacke auszuhalten: Kann ein Sohn seinem Vater ein schöneres Kompliment machen? Franjo Pooth sollte das unbedingt im Hinterkopf behalten, sollte der pfiffige Knabe demnächst auch sein selbstgebautes Laserschwert und die Pumpgun ausprobieren.

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