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Herzblatt-Geschichten : Oft hatte ich Hunger

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Naddel bekommt jede Menge Fanpost von Männern, die sie näher kennen lernen oder sogar heiraten wollen Bild: obs

Ferdinand Piëch mag keine „körperlich angewandte Herzlichkeit“, Udo Walz hat gerne seine eigenen Cremetöpfchen und Naddel bekommt jede Menge Fanpost von Männern, die sie näher kennen lernen oder sogar heiraten wollen.

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          Gar nicht genug lesen können wir über Ferdinand Piëch. Laut Focus hat der Automobilmagnat, der nach eigener Darstellung „körperlich angewandte Herzlichkeit“ nicht mag, dennoch „zwölf Kinder von mindestens vier Frauen“. Überdies ist er, wie wir hinzufügen möchten, auch noch Vater des Audi-Vierradantriebs. Menschen, die ihn kennen, berichten, dass er bei seinen Mitarbeitern Angst und Schrecken verbreite, so dass ein Ex-Vorstand dem Focus verriet, dass bei Flügen die Führungskräfte im Laufschritt zum Firmenjet gestürzt seien. Die Erklärung für solche Eile: „Der Letzte sitzt neben Piëch.“

          Also, diesen Herrn würden wir unheimlich gern einmal kennenlernen, auch wenn das Gespräch mit ihm, wie der „Stern“ weiß, etwas gewöhnungsbedürftig ausfallen kann: „Gefürchtet ist seine Neigung, Gesprächspartnern auf unliebsame Fragen 30 oder 40 Sekunden nicht zu antworten, sondern sie zermürbend anzustarren.“ Mmh, interessant. Das werden wir auch einmal ausprobieren. Alle Leserbriefschreiber, die uns immer wieder unliebsam fragen, was eigentlich mit den zahlreichen gekündigten Redaktionsassistentinnen passiert, fühlen sich hiermit bitte vierzig Sekunden lang zermürbend angestarrt.

          Der neue Trend zur älteren Frau

          Jetzt aber zu etwas Wichtigerem, der Liebe. Gibt es unter den Männern möglicherweise einen neuen Trend zur älteren Frau? Wir kommen darauf, weil Billy Joel (60) sich von seiner 27 Jahre alten Gattin Katie getrennt hat und sich nach den Recherchen von „Bunte“ in eine alte Dame von fünfzig verliebt hat. Und im selben Blatt sagt auch der Mucki-Schauspieler Ralf Moeller (50): „Was machen die Männer, die mit 50 plötzlich eine neue, junge Frau an ihrer Seite haben? Die haben doch nur Stress.“ Ja, so ist es wohl, die Männer in ihrer ungezügelten Fleischesbegierde sollten sich Vorbilder der Entsagung suchen. Wie den chinesischen Pianisten Lang Lang, den wir zwar schon lange in Verdacht haben, in Wahrheit Rang Rang zu heißen, der aber, wenn weibliche Fans an seine Hoteltür klopfen, in höchsten Maßen sittsam bleibt: „Ich gebe ein Autogramm.“ Und da in unserem schönen Frankfurt derzeit der Dalai Lama zu Gast ist, wollen wir passenderweise auch eine Regel Seiner Heiligkeit aus „Echo der Frau“ mahnend den Männern mit auf den Weg geben: „Glück, das hauptsächlich vom körperlichen Vergnügen abhängt, ist nicht dauerhaft.“ Im Übrigen können sich die Männer auch vom Prominentenfriseur Udo Walz (65) ein Strähnchen abschneiden. Er ist zwar mit einem Mann verpartnert, aber sein Rat gilt wohl für Ehen aller Art: „Carsten und ich lassen uns Freiräume. Er fliegt allein in den Urlaub, ich gehe abends oft ohne ihn aus. Das hält unsere Liebe frisch.“ Walz legt außerdem Wert auf getrennte Badezimmer: „Ich habe gern meine eigenen Cremetöpfchen.“

          Ferdinand Piëch mag keine „körperlich angewandte Herzlichkeit”. Hier ist er mit seiner Frau in Salzburg

          Aber kommen wir nun zu einem politischen Thema. Was meinen Sie, warum Frau Ute Jusciak (42) die DDR verließ? Stasispitzelei, keine Bananen, doofe Parolen, kratziges Klopapier? Nichts da. Wegen Howard Carpendale! Wie sie freimütig in „Das Neue Blatt“ einräumt, hatte sie sich (“Das war wie Magie“) im Alter von zehn Jahren vor dem Radio in Howard verliebt. Als sie in den Westen ging, kaufte sie sich von ihren hundert Mark Begrüßungsgeld eine Howard-Carpendale-Kassette für 26,95 Mark: „Von dem Rest der 100 Mark musste ich mehr als einen Monat auskommen. Oft hatte ich Hunger.“

          Nadja Abd El Farrag (73), geborene Naddel

          Ach, ist es nicht herrlich, was solche Sangeskünstler an emotionalen Bindungen schaffen? Ein anderer großer Mann des Musikgeschäftes, der von uns über die Maßen geschätzte Musikantenstadl-Ajatollah Karl Moik (96), hat die Kehrseite der Musikemotionen erlebt. Gegen ihn gab es (“zum ersten Mal kann er darüber sprechen“) sogar Morddrohungen. Noch heute reagiert er in „Neue Welt“ mit Unverständnis. „Komisch ist: Man macht Unterhaltung, an der sich die Menschen erfreuen, und es wird einem mit dem Umbringen gedroht.“ Beinahe noch komischer aber scheint uns, was Nadja Abd El Farrag (73), geborene Naddel, in „Neue Welt“ berichtet: „Ich bekomme jede Menge Fanpost von Männern, die mich näher kennen lernen oder sogar heiraten wollen.“

          Sollten Sie abergläubisch sein, so merken Sie sich bitte schon einmal den 7. April vor. An diesem guten Datum nämlich hat die uns unbekannte Sängerin Tina Rainford dem Alkohol abgeschworen, das Kettenrauchen eingestellt und sich auch noch äußerlich verändert, wie sie offen in „Bunte“ gesteht: „An einem 7. April haben mein erster Ehemann Pete Rainford und ich uns gleichzeitig die Nasen operieren lassen.“

          Wir aber haben am Dienstag den Reinfall des Jahres erlebt. In Wolfsburg stießen wir auf eine unfassbar hübsche Kellnerin mit Wahnsinnsbeinen und sehr ordentlicher Körbchengröße, dabei ganz drahtig. Als wir ihr einen Job als Redaktionsassistentin anboten, verfinsterten sich ihre schönen Züge und sie starrte uns vierzig Sekunden lang zermürbend an. Sie war eine Nichte von Ferdinand Piëch.

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