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Herzblatt-Geschichten : Er roch stets nach Lavendel

Simone Thomalla und Silvio Heinevetter: „Ich dachte: Fernsehen macht ganz schön dick.” Bild: dpa

Die Zigarette danach ist passé, stattdessen machen die Deutschen lieber Witze. Nicht so allerdings der junge Freund (26) von Simone Thomalla, wenn er behauptet: „Fernsehen macht sie ganz schön dick.“

          3 Min.

          Und wieder fällt eine Institution dem Gesundheitswahn zum Opfer: Die Zigarette danach stirbt aus. Bild fasst zusammen, was die Deutschen laut einer Internet-Singlebörse am liebsten nach dem Sex tun, und ganze fünf Prozent sagen: rauchen. Ganz vorn liegt „Kuscheln“ mit 88 Prozent, gefolgt von „Miteinander reden“ (56 Prozent). Wirklich überrascht aber hat uns, was die Deutschen mit 37 Prozent am dritthäufigsten nach dem Sex tun: „Witze machen“. Doch wohl nicht über die Kopulationskünste des Partners? Wenn wir jetzt freilich so drüber nachdenken, fallen uns auch ein paar Scherze ein, die nach dem Beischlaf für Belustigung sorgen könnten, zum Beispiel: „Oh, schau mal, das Kondom ist geplatzt.“ Oder: „Okay, lass uns anfangen.“

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Auf jeden Fall stimmt es dann ja wohl gar nicht, dass die Deutschen, wie eine weitere, internationale Online-Umfrage ergeben hat, die humorloseste Nation seien. Als witzigstes Volk gelten die Amerikaner, obgleich deren Humor in eine ähnliche Richtung zu gehen scheint, jedenfalls beim „Hangover 2“-Star Bradley Cooper, 35. Von Gala angesprochen auf eine freizügige Szene seines Filmpartners Ken Jeong, antwortet er: „Ja, lassen Sie uns über Penisse reden! Kens Penis ist einfach lustig. Das muss man so sagen. Vor allem wenn er aufrecht steht.“

          Körperliche Einsätze sind auch im hohen Alter drin

          Von Gala also kann man nicht behaupten, was Das Goldene Blatt-Leserin Eva Traurig über ihre Lieblingszeitschrift mitteilt: „Vor allem möchte ich Ihnen sagen, dass man sie auch unbedenklich Jugendlichen zum Lesen geben kann.“ Wenn sie sich da mal nicht täuscht. Gewiss ist es subtiler formuliert, aber man ahnt doch, was gemeint ist, wenn Schauspieler Sigmar Solbach, 64, auf die Frage, ob er in seinen Rollen mutiger sei als im Leben, entgegnet: „Ich freue mich immer auf körperliche Einsätze, möchte die möglichst selber machen. Im Privaten werden mir solche Herausforderungen seltener gestellt.“ Klar, wenn man 64 ist, wird die Spanne zwischen den körperlichen Einsätzen immer weiter.

          Jetzt nur noch einlochen: Fritz Wepper mit Freundin Susanne Kellermann im Golfclub
          Jetzt nur noch einlochen: Fritz Wepper mit Freundin Susanne Kellermann im Golfclub : Bild: dpa

          Andererseits: Fritz Wepper wird bald 70 und hat sich körperlich nochmal dermaßen eingesetzt, dass seine Freundin Susanne, 34, nun schwanger sein soll. „Viel Spaß beim Windeln wechseln, Fritz!“, ruft ihm Die Aktuelle auf ihrem Cover zu, was, so scheint uns, nicht wirklich von Herzen kommt. Und auch Bunte-Chefin Patricia Riekel mäkelt: „Wenn sein Kind Abitur macht, feiert er 90. Geburtstag.“ Muss man denn alles immer so negativ sehen? Vielleicht macht das Kind ja nur die Mittlere Reife, dann ist Wepper erst 87. Aber ältere Leute haben es schwer in unserer Gesellschaft, was sich auch darin widerspiegelt, was Udo Jürgens, 76, dem Neuen Blatt sagt: „Ich hab' sowieso keine gute Meinung von Menschen in meinem Alter.“

          Ungern übers Alter spricht das Paar Simone Thomalla, 46, und Silvio Heinevetter, 26. Dessen Antwort auf die Bunte-Frage, welchen ersten Eindruck Simone auf ihn machte, lässt uns schlucken: „Ich dachte: Fernsehen macht ganz schön dick.“ Er meint indes nur, dass der Bildschirm die Proportionen verzerrt, seine Simone also nur im Fernsehen, äh, rundlich rüberkommt. Komisch nur, dass Iris Berben auch dort stets schlank wirkt. „In Bezug aufs Heiraten ist die Vernunft bei mir noch draußen vor der Tür“, erzählt sie dem Goldenen Blatt. „Und ich lasse sie kratzen!“ Hat Berben keine Klingel? Und was will sie denn, die Vernunft?

          Bei Nils Schmid ist alles harmonisch - bis auf die Sache mit der Spülmaschine

          Ehepläne hingegen hegen Christian Ulmen, 35, und Collien Fernandes, 29, in deren Nacken Frau im Spiegel ein Tattoo mit den Initialen „CU“ erspäht hat und messerscharf folgert: „Eine Liebeserklärung für den Verlobten?“ Möglich. Es könnte aber auch das Elementsymbol für Kupfer sein oder das Kürzel der ChristenUnie aus Holland. Oder gar die Kurzform des Abschiedsgrußes „See You“ - was bedeuten würde, dass es mit Ulmen und Fernandes schon wieder vorbei ist.

          Harmonisch zeigen sich in Bunte Baden-Württembergs „Superminister“ Nils Schmid und Gattin Tülay. Zwist gibt es aber auch zwischen ihnen: An Nils, so Tülay, nerve sie, wie er „die Spülmaschine einräumt. Mich stört sein System.“ - „Genau das nervt mich auch an ihr. Ich räume ihres immer um.“ Wenn man das Private aufs Politische überträgt, kann man sich in etwa vorstellen, wie es nun mit Stuttgart 21 weitergeht. Brisant auch, was Frank Sinatras vierte Ehefrau Barbara laut Neuer Welt über ihren verstorbenen Mann berichtet: „Er war ein Typ, der sich rund zwölf Mal am Tag geduscht hat. Ich meine damit, er war sehr reinlich. Er duftete stets nach Lavendel.“ Nach Lavendel! Sinatra! So zerstört man Legenden.

          Von Sinatra hätte man ja immer gedacht, er röche nach Rauch und Whisky, etwa so wie Franz Josef Wagner. Der Bild-Poet liefert mit seinem Brief an den „lieben deutschen Ehec-Alltag“ eine zarte Prosaminiatur neuer deutscher Innerlichkeit: „Erster Espresso und erste Zigarette, 7.30 Uhr. Kot-Überprüfung gegen 8 Uhr. (. . .) Kein Himbeer-Brei in meinem Kot. Nie hätte ich gedacht, dass der Blick in die Schüssel Glück bedeutet.“ Man sagt ja, dass man sein Glück mit anderen teilen soll, aber darauf hätten wir dann doch gern verzichtet.

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