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Fischer und Silbereisen : Die gemeinsame Trennung von Florian und Helene

Helene Fischer und Florian Silbereisen bei einem Auftritt im März 2018 Bild: dpa

Sie waren das ewige Kronprinzenpaar in einem Land, das keinen Monarchen mehr kennt: Helene Fischer und Florian Silbereisen sind nicht mehr zusammen – und trotzdem glücklich.

          Wir leben in Zeiten des Umbruchs. Angela Merkel kündigt ihren Abschied an, die „Lindenstraße“ wird in absehbarer Zeit zwangsgeräumt, und jetzt haben auch noch Helene Fischer und Florian Silbereisen bekanntgegeben, dass sie ihre Liebesbeziehung aufgelöst haben – und zwar, unbemerkt von der stets interessierten Öffentlichkeit, schon vor einiger Zeit. Man sei, schreibt Silbereisen, nach einer Phase der Traurigkeit inzwischen „glücklich getrennt“.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ein „großer Einschnitt“, wie es Silbereisen ausdrückt, ist diese Trennung nicht nur für das Paar ganz privat, sondern auch für das Showbusiness und, noch mehr, für die Medien. Die Paarung zwischen Fischer, die hierzulande einzigartige Popularität genießt, und ihrem ebenfalls sehr prominenten Partner dürfte die berühmteste Beziehung der Branche dargestellt haben, und dass diese nur in sehr kurzen Ausschnitten mal öffentlich gelebt wurde, machte sie nur noch faszinierender. Die Regenbogenpresse nutzte die beiden als Projektionsfläche für die immergleichen Phantasiegeschichten über Hochzeit, Babys, Eifersucht und setzte ihre Gesichter – seines zumeist signifikant kleiner als ihres – in obsessiver Frequenz auf die Titelblätter.

          Fischer und Silbereisen, jung, adrett und attraktiv, waren das ewige Kronprinzenpaar in einem Land, das keinen Monarchen mehr kennt (abgesehen vom letzten lebenden Kaiser, der aber in jüngster Zeit ziemlich an Glanz verloren hat).

          Wie weit für die Künstler der Weg bis zu diesem Status gewesen ist, illustriert das Video ihres ersten gemeinsamen Fernsehauftritts beim „Hochzeitsfest der Volksmusik“ im Mai 2005, der Link dorthin wird momentan wieder gern geteilt. Arm in Arm stolzieren sie da die Showtreppe hinunter, sie im braven Rüschenkleid, er im ästhetisch fragwürdigen Dreiteiler mit goldglänzender Krawatte, und trällern Operettenzeilen wie „Du bist die schönste Fee von Debrecen bis zum Plattensee“ oder „Denn meine Leidenschaft brennt heißer noch als Gulaschsaft“.

          Ein Liebespaar wurden sie erst drei Jahre später. Ihre Leidenschaft aber präsentierten sie, wenn überhaupt, stets wohltemperiert. Dann plauderten die beiden auf der Bühne einer ihrer Shows darüber, dass das hier schon irgendwie ein komischer Moment sei, witzelten über das Outfit ihrer frühen Jahre – Florian sei „jetzt nicht so die Perle“ gewesen, und Helene „auch noch nicht so heiß wie heute“ – und wirkten selbst beim vom Publikum frenetisch bejubelten scheuen Kuss wie ein Paar beim Debütantenball.

          Auch weil die seltenen öffentlichen Liebesbekundungen oft merkwürdig offiziell anmuteten, sind Gerüchte nie verstummt, dass hier eine Scheinbeziehung zu beider beruflichem Nutzen vorgeführt werde. In diesem Fall aber wäre sie mit aberwitzigem Aufwand inszeniert worden, vom großflächigen Helene-Tattoo auf Silbereisens Schulter bis zu regelmäßigen Urlaubsreisen nach Mallorca. Eher darf man davon ausgehen, dass sich hier zwei Menschen entwickelt haben – zunächst gemeinsam und irgendwann auseinander.

          Der Showstar und die Allzweckwaffe

          Aus dem Gaudibursch und dem netten Mädchen sind, auch wenn man ihre Musik noch immer nicht feiern muss, zwei höchst professionelle Bühnenkünstler geworden: Florian Silbereisen eine souverän moderierende Allzweckwaffe fürs öffentlich-rechtliche Publikum und Helene Fischer ein Showstar, dessen Einnahmen zuletzt die von Céline Dion und Britney Spears übertrafen.

          Auf ihren Social-Media-Kanälen haben Fischer und Silbereisen offene Worte gefunden, die für den jeweils anderen sehr freundlich ausfallen: „Ein Leben ohne Helene könnte ich mir gar nicht mehr vorstellen“, schreibt Silbereisen, dem Fischer wiederum „für alles“ dankt. Unisono beklagen sich beide darüber, was ihre Beziehung „nicht nur schön“ gemacht habe: „Seit Jahren schreckt man nicht einmal davor zurück, in unserer Mülltonne zu wühlen, um dort irgendetwas Privates zu finden und daraus eine Geschichte konstruieren zu können“, schreibt Silbereisen. „Es ist einfach unangenehm, wenn Helene beim Joggen im Wald plötzlich von einem Fotografen überrascht wird, der hinterm Baum hervorspringt. Und die Paparazzi haben sich immer wieder hinter den Büschen versteckt und auf der Lauer gelegen.“

          Für Silbereisen selbst könnten in dieser Hinsicht etwas ruhigere Zeiten anbrechen, bei Helene Fischer steht das kaum zu erwarten. Sie hat erklärt, es gebe „einen neuen Mann in meinem Leben“. Nach Angaben der einschlägigen Berichterstatter handelt es sich um einen Akrobaten, mit dem sie in ihren Shows waghalsige Luftnummern vorführte. Ihre jüngste emotionale Wende dürfte Fischer dabei helfen, sich noch weiter von ihrem aseptischen Image zu befreien. Der urplötzlich ins brutale Blitzlicht der Paparazzi geratene Akrobat allerdings dürfte erst allmählich merken, auf welchen Drahtseilakt er sich eingelassen hat.

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