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Pläne um den Parteivorsitz : Hat Böhmermann jetzt ein SPD-Parteibuch?

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Am Donnerstag hielt Jan Böhmermann in seiner Sendung schon mal den Mitgliedsantrag in die Kamera. Bild: dpa

Auf seinem Weg zur Kandidatur für den SPD-Vorsitz muss Jan Böhmermann einige Punkte abhaken – den ersten will er nun geschafft haben. Der SPD-Ortsverein Köthen hat den Satiriker aufgenommen. Doch der Landesverband widerspricht.

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          Jan Böhmermann arbeitet weiter an seinem kurzfristig erwachten Traum von der Kandidatur für den Parteivorsitz der SPD: Der Satiriker hat nach eigenen Worten die SPD-Mitgliedschaft in Köthen (Sachsen-Anhalt) erhalten. „Ich danke meinem neuen Ortsverein Köthen für die schnelle und skrupellose Bestätigung meiner Mitgliedschaft in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands“, twitterte der 38-Jährige am Samstagvormittag. „Ich, Jan Böhmermann, bewerbe mich als SPD Vorsitzender.“ Der Ortsverband bestätigte dies wenig später auf Facebook: „Jeder Mensch hat das Recht, die Sozialdemokratie zu retten, und verdient eine Chance. Auch Jan Böhmermann.“

          Doch gilt die Aufnahme überhaupt? Auch der Sprecher des SPD-Landesverbandes Sachsen-Anhalt, Martin Krems-Möbbeck, bestätigte der Deutschen Presse-Agentur zwar, dass Böhmermann aufgenommen wurde. Er erklärte jedoch, dass das formal nicht gehe, weil Böhmermann nicht in Köthen wohne. Es gebe zwar Ausnahmemöglichkeiten, wenn beide Kreisverbände beteiligt seien – nach bisherigem Kenntnisstand seien die zuständigen Sozialdemokraten an Böhmermanns Heimatort Köln aber nicht involviert gewesen, am Freitag hatte es von einem Mitglied des zuständigen Ortsverbands bereits eine Absage gegeben. „Deswegen ist die Aufnahme derzeit unwirksam.“ 

          Der Komiker hatte am Donnerstagabend im Rahmen seiner Show „Neo Magazin Royale“ seine Kampagne #neustart19 begonnen. Unklar ist, wie ernst es dem Satiriker mit seiner Ankündigung ist. Selbst wenn Böhmermann Mitglied werden sollte, sind noch einige Punkte auf dem Weg zum SPD-Vorsitz offen: Förmliche Voraussetzung einer Kandidatur ist die Unterstützung von mindestens fünf Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband. Am Freitagmittag behauptete Böhmermann in einem Live-Video auf Facebook und Instagram zunächst, bereits vier von fünf Unterbezirken hinter sich zu haben. Wenig später verkündigte er auf Twitter jedoch einen ersten Rückschlag: Zwei Bezirke hätten ihre Unterstützung wieder zurückgezogen. In einem Update vom Samstag hieß es sogar: „Erst-Ja-dann-doch-nicht-Absagen: 4“. Demnach wäre der Satiriker wieder bei null – gibt allerdings auch an, noch acht „halbherzige Angebote und Interessensbekundungen“ auf dem Tisch liegen zu haben. Außerdem sucht Böhmermann noch nach einer Genossin, die mit ihm gemeinsam für eine Doppelspitze kandidiert.

          Die Uhr für Böhmermanns Vorhaben läuft: Die Abgabefrist für Bewerbungen endet am Sonntag um 18 Uhr. Sieben Kandidatenduos hat der Wahlvorstand bereits anerkannt. 

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