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Norman Wolf hofft, dass er seinen Vater eines Tages von der Straße bekommt. Bild: Frank Röth

Hass im Internet : Mein Papa, der Obdachlose

Norman Wolf hat im Internet seinen tot geglaubten Vater wiedergefunden. Doch das Twitter-Märchen wurde zum Albtraum.

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          Dieses Märchen beginnt, wie es im Internetzeitalter sein muss, mit einem Tweet: „Das hier fällt schwer, aber vielleicht kann Twitter helfen. Ich suche meinen Papa. Er ist obdachlos und soll in Hamburg leben. Sein körperlicher Zustand ist vermutlich äußerst schlecht. Das Foto ist circa ein Jahr alt. Ein Retweet würde mir alles bedeuten. Danke!“

          Leonie Feuerbach
          Redakteurin in der Politik.

          Norman Wolf twitterte diese Zeilen am 25. Dezember 2017 aus Amerika. Bis dahin hatte er auf Twitter über sein Coming-out gesprochen und über seine depressiven Episoden. Doch von seinem obdachlosen Vater zu erzählen erschien ihm viel zu privat. „Ich hatte Angst, dass Menschen diese Verletzlichkeit ausnutzen, um mir weh zu tun“, sagt er gut anderthalb Jahre später. An einem Sommertag sitzt er in einem Café in Frankfurt und erzählt seine Geschichte. Norman Wolf ist 26 Jahre alt, hat einen fragenden Blick und dunkle Haare, die ihm weich in die Stirn fallen.

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