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Missbrauchsvorwürfe : Meryl Streep über Weinstein: „Erbärmlich und ausbeuterisch“

  • Aktualisiert am

Harvey Weinstein und Schauspielerin Meryl Streep stehen 2012 zusammen bei den 18. „Screen Actors Guild Awards“ in Los Angeles. Er habe sie immer respektvoll behandelt. Bild: AFP

Harvey Weinstein will vor Gericht seine Unschuld mit Zitaten weiblicher Hollywoodstars wie Jennifer Lawrence und Meryl Streep beweisen. Die wollen dafür nicht herhalten.

          Am Dienstag (Ortszeit) hatten Weinsteins Anwälte versucht, ein Gericht in New York davon zu überzeugen, dass eine Klage von sechs Frauen gegen den mutmaßlichen Sexualstraftäter abzulehnen sei. Die Ereignisse, auf die sich die Vorwürfe bezögen, würden schon zu lange in der Vergangenheit liegen. Außerdem gebe es keine Beweise für die Behauptungen.

          Die Frauen gaben an, dass Weinstein ihnen bei Veröffentlichung der Übergriffe mit negativen beruflichen Konsequenzen gedroht habe. Nach Annahme der Anwälte sei das im Fall von Gwyneth Paltrow wenig glaubwürdig. Die Schauspielerin stand 1998 für den von Weinstein produzierten Film „Shakespeare in Love“ vor der Kamera. Nach ihren Angaben sei es allerdings bereits 1994 zu den Übergriffen gekommen.

          Die Anschuldigungen der sechs Frauen seien so „verheerend weit gefasst“, da die Klage impliziere, dass jede Frau, mit der Weinstein beruflich zu tun hatte, von ihm belästigt worden sei. Einige Schauspielerinnen hätten jedoch gesagt, dass Weinstein sie nicht belästigt habe, schrieben die Anwälte.

          Jennifer Lawrence habe im Gespräch mit Oprah Winfrey gesagt, dass sie Weinstein seit ihrem 21. Lebensjahr kenne. Er sei „immer nett zu ihr gewesen“. Auch Starschauspielerin Meryl Streep gab in einer Stellungnahme im Oktober an, dass Weinstein sie immer respektvoll behandelt habe.

          Jetzt meldet sich die Schauspielerin ein weiteres Mal zu Wort: Ihre Aussage, dass Weinstein sie immer respektvoll behandelt habe, könne nicht als Beweis für seine Unschuld herangezogen werden – das sei „erbärmlich und ausbeuterisch“. So heißt es in einer Stellungnahme, die Streeps Management laut amerikanischen Medien am Mittwoch (Ortszeit) verbreitete. Für Straftaten an Frauen sei der Filmproduzent selbst verantwortlich. „Und wenn es noch ein bisschen Gerechtigkeit im System gibt, wird er dafür bezahlen.“

          Wie die Nachrichtenagentur AP berichtete, gibt es von Paltrow und Lawrence noch kein neues Statement. Die Anwältin der sechs Klägerinnen Elizabeth Fegan aber sagte in einem Statement: „Wenn Weinstein glaubt, dass er den Frauen die Worte im Mund herumdrehen kann, um sie gegen sie zu verwenden, täuscht er sich. Dann hat er auch nicht verstanden, was das Gesetz zu sexuellem Missbrauch beinhaltet und wie verdorben sein Verhalten ist."

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