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Hans Clarin gestorben : „Pumuckls“ Stimme ist verstummt

  • Aktualisiert am

Hans Clarin (Juli 2005) Bild: dpa/dpaweb

Der Schauspieler Hans Clarin ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 75 Jahren an akutem Herzversagen. Einem Millionenpublikum ist vor allem die Stimme Clarins bekannt. Er lieh sie mehr als vier Jahrzehnte dem Kobold „Pumuckl“.

          Der populäre und besonders von Kindern als Stimme des Kobolds „Pumuckl“ geliebte Schauspieler Hans Clarin ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 75 Jahren in Aschau am Chiemsee an Herzversagen, wie sein Sohn Phillip Clarin am Abend mitteilte. Clarin war in mehr als 100 Fernseh- und gut zwei Dutzend Kinorollen zu sehen und hatte mehr als 40 Jahre lang Pumuckl seine Stimme geliehen. Am 14. September wäre der fünffache Vater 76 Jahre alt geworden.

          Das Multitalent war 1929 als Sohn eines Beamten in Wilhelmshaven geboren worden und besuchte nach dem humanistisch-musischen Gymnasium von 1946 bis 1948 eine Schauspielschule. Zwei Jahre später gab Clarin in München sein Debüt in Grillparzers „Weh dem, der lügt“. Von 1961 an war er fest am Bayerischen Staatsschauspiel engagiert. Zudem gab er zahlreiche Gastspiele, unter anderem bei den Salzburger Festspielen.

          Gefragter Synchron-Sprecher

          Rasch war Clarin auch bei Film und Fernsehen gefragt. Durch Spots der Fernsehlotterie und Filme wie „Das Wirtshaus im Spessart“ und „Pippi Langstrumpf“ wurde der kleine Schauspieler mit dem freundlichen Märchenonkel-Gesicht immer populärer. Clarin spielte unter anderem an der Seite von Heinz Rühmann, Hildegard Knef, Lilo Pulver, Gert Fröbe und Klaus Kinski. Er war im „Tatort“ zu sehen und in zahlreichen Serien wie „Weißblaue Geschichten“ oder „Rivalen der Rennbahn“.

          Daneben machte sich Clarin auch einen Namen als Synchronsprecher. In den sechziger Jahren lieh er in der beliebten amerikanischen Serie „77 Sunset Strip“ dem „Kriminalassistenten Cookie“ die Stimme. Scheppernd und kieksend war er später auf den Kinderplatten „Hui Buh“ als schreckhaftes Schloßgespenst zu hören.

          Schwere Stimmband-Erkrankung

          Zu Clarins Markenzeichen wurden aber die krähenden Kobold-Kommentare als Pumuckl. Die beliebte Kinderserie erstellte Clarin ab den sechziger Jahren - gemeinsam mit dem legendären Gustl Bayrhammer als Meister Eder - für den Bayerischen Rundfunk. Viele der witzigen Dialoge und Sprüche entstanden spontan während der Aufnahmen.

          Im dritten Pumuckl-Film, der im Herbst 2003 in den Kinos lief, konnte Clarin allerdings seine Parade-Synchronisation nicht übernehmen, denn er hatte sich erst kurz zuvor von einer Stimmband-Erkrankung erholt. 2001 hatten sich in seinem Hals rätselhafte Knötchen gebildet, die schließlich eine Blutvergiftung auslösten. Wochenlang lag der Schauspieler im künstlichen Koma. Nach der Krankheit klang Clarins Stimme aber wieder wie zuvor. Den Pumuckl wolle er natürlich wieder sprechen, wenn es einen neuen Film gebe, kündigte er damals an. Im letzten Film hatte Clarin stattdessen Ferdinand Eder gespielt, den Cousin und Erben des „Meister Eder“.

          Kinder als Publikum wählte sich der vielfach ausgezeichnete Künstler auch in zahlreichen Fernsehfilmen, in denen er als Regisseur und Hauptdarsteller wirkte. Außerdem veröffentlichte er das Jugendbuch „Paquito oder Die Welt von unten“, das unter seiner Regie verfilmt wurde. Clarin hatte selbst fünf Kinder, die aus zwei Ehen stammten. Mit seiner dritten Frau lebte der Wahlbayer auf einem mehr als 450 Jahre alten Landgut am Chiemsee.

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