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Interview zur Elbphilharmonie : „Sie hören überall gut, nur nicht überall das Gleiche“

Zweieinhalb Jahre nach ihrer Eröffnung zählt die Elbphilharmonie zwei Millionen Konzertbesucher. Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda spricht im Interview über Wahrzeichen, Akustikprobleme und Benimmregeln.

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          Herr Senator, Sie haben gerade der zehnmillionsten Besucherin auf der Aussichtsplattform der Elbphilharmonie, Rosy Ferreira aus Portugal, die Hände geschüttelt, zweieinhalb Jahre nach der Eröffnung. Wegen des Konzertsaals war sie aber nicht gekommen?

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Nein, sie nicht. Aber von den zehn Millionen Besuchern auf der Plaza haben zwei Millionen ein Konzert besucht. Das ist eine gigantische Zahl.

          War das Haus also jeden seiner 789 Millionen Euro Baukosten wert?

          Als Kultursenator habe ich den Vorteil, nicht nur rein ökonomisch rechnen zu müssen. Man kann das von mehreren Seiten betrachten. Da gibt es jene, die sich baulich auskennen und sagen, ein bisschen billiger wäre es schon gegangen, aber die Anfangszahlen waren immer unrealistisch. Da gibt es andere, die betriebswirtschaftlich gucken, ob das Haus sich amortisiert. Für mich ist viel interessanter, was sich nicht mit Zahlen fassen lässt: die kulturell transformative Wirkung, die dieses Gebäude hat. Dass so ein Haus eine Stadt und ihre Strukturen, ihre Wahrnehmung von innen und von außen verändern kann. Das ist viel stärker zu spüren, als man es mit Zahlen belegen kann.

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