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Hailee Steinfeld im Interview : „Ich bin bereit, mehr Risiken einzugehen“

  • -Aktualisiert am

Beides interessiert mich sehr, flößt mir aber auch ordentlich Respekt ein. Schon allein im so genannten Writers’ Room von „Dickinson“ zu sitzen, war eine bemerkenswerte Erfahrung, die mir noch einmal verdeutlicht hat, wie gerne ich künftig noch intensiver in die Projekte involviert sein will, die mich wirklich interessieren. Vielleicht sogar ohne selbst vor der Kamera zu stehen. Aber für den Moment bin ich mit der Schauspielerei, der Musik und dem Produzieren erst einmal ganz gut ausgelastet.

Eines der Themen, von denen die zweite Staffel „Dickinson“ handelt, ist Ruhm. Sie selbst stehen im Rampenlicht seit Sie vor zehn Jahren in „True Grit“ mitspielten und im Alter von 14 Jahren zu einer der jüngsten Oscar-Nominierten aller Zeiten wurden. Ringen Sie noch manchmal mit dem Berühmtsein?

Eigentlich ist das nichts mehr, womit ich mich groß beschäftige. Ich habe akzeptiert, dass es dazugehört, erkannt zu werden, wenn ich als Schauspielerin und Sängerin tätig sein will. Ich übe diese Berufe aus, weil ich die Kunst liebe, nicht weil ich berühmt oder erfolgreich werden wollte. Aber ich sträube mich auch nicht dagegen. Alles, was über meine Arbeit hinausgeht, ist ein netter Bonus, auf den ich kaum Einfluss habe.

Zuletzt hielt sich das mit dem Erkanntwerden vermutlich ohnehin in Grenzen, schließlich war und ist ja Zuhausebleiben angesagt. Wie schwer ist Ihnen als jemandem, der es gewohnt ist, viel zu arbeiten und zu reisen, gefallen?

Anfangs fand ich es eigentlich ganz schön. Ich war zu Hause bei meinen Eltern, mein Bruder auch, und mir wurde erst einmal klar, wie viel ich sonst unterwegs bin. Plötzlich wusste ich meine Familie noch mehr zu schätzen als sonst und freute mich wirklich, nicht an hundert Orten gleichzeitig sein zu müssen. Denn so sehr ich meinen Job liebe, so sehr musste ich auch feststellen, dass ich mir selbst nicht immer genug Ruhe gebe. Oder den Menschen in meinem Umfeld genügend Wertschätzung. Trotzdem kam dann nach dem Frühjahr irgendwann auch die Zeit, wo ich das Gefühl hatte, dass ich verrückt werde. Mir fiel die Decke auf den Kopf, und plötzlich fehlte es mir wieder, etwas zu tun zu haben. Die Höhen und Tiefen kamen also in Wellen.

Einer von vielen Terminen: Hailee Steinfeld bei der Verleihung der Brit Awards im Februar 2020
Einer von vielen Terminen: Hailee Steinfeld bei der Verleihung der Brit Awards im Februar 2020 : Bild: dpa

Für eine Fotostrecke der britische Ausgabe des Magazins Glamour mussten Sie sich sogar zu Hause selbst fotografieren …

Ich fand es schon sehr faszinierend, dass das tatsächlich möglich war. Magazintaugliche Bilder zuhause selbst hinzubekommen – das wäre mir vor einem Jahr als vollkommen irrsinnig erschienen. Erstaunlich, was alles geht, wenn es sein muss. Trotzdem vermisse ich die Tage der echten Foto-Shootings, die mir immer viel Spaß gemacht haben. An einer tollen Location zu sein, mit einer grandiosen Garderobe zur Auswahl und umgeben von meinem Team, von hervorragenden Visagisten und Hairstylisten, das ist schon immer eine sehr besondere Sache.

Inzwischen ist zumindest ein bisschen Normalität zurückgekehrt: Vor einigen Wochen haben Sie mit den Dreharbeiten zur Marvel-Serie „Hawkeye“ begonnen. Wie erleben Sie das Drehen in Zeiten der Pandemie?

Es ist wunderbar und ein Segen, wieder arbeiten zu können. Aber schräg anfühlen tut es sich ohne Frage auch. Ich arbeite bei „Hawkeye“ zum Teil mit Crew-Mitgliedern zusammen, die schon von früheren Projekten kenne. Doch das habe ich teilweise erst nach Tagen realisiert, weil ich alle immer nur mit Maske sehe und zum Teil gar nicht erkannt habe. Auch dass zum Beispiel manche Szenen in engen Räumen nicht wie gewohnt gedreht werden konnten, weil sonst der Abstand nicht gewährleistet wäre, war manchmal ganz schön mühsam. Von Normalität kann also keine Rede sein. Aber wir ziehen alle am gleichen Strang und finden Wege, damit umzugehen. 

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