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Mehr Wasser, weniger Gewalt : Gute Nachrichten, die Sie verpasst haben dürften

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Jetzt wird’s grün: Lego will weniger Plastikmüll produzieren. Bild: obs

Eine kluge Verwendung für Abwasser, Öko-Lego und tausende Pfuhlschnepfen, die gerettet werden können – erfreuliche Meldungen, die in dieser Woche zu kurz gekommen sind.

          Die vergangene Woche war wieder voller positiver Meldungen – aber oft übersieht man sie in der Informationsflut. Wir befördern freitags die guten Nachrichten ans Tageslicht und fassen zusammen, was Sie in dieser Woche an erfreulichen Meldungen verpasst haben könnten.

          Ein Gel macht Abwasser wieder zu Trinkwasser

          Forscher der University of Texas im amerikanischen Austin haben ein Gel erfunden, mit dessen Hilfe sie in Zukunft aus Meer- und Schmutzwasser Trinkwasser gewinnen wollen. Wie die Wissenschaftler in einem Fachblatt schreiben, soll das Hydrogel Wasser besonders effizient und nur unter Zuhilfenahme von Sonnenenergie reinigen. Das Gel beschleunigt das Verdampfen von Flüssigkeiten – das saubere Wasser kondensiert, kann aufgefangen und schließlich als Trinkwasser genutzt werden. Schadstoffe, Bakterien und Salze bleiben zurück. Die Erfindung, mit der sich pro Quadratmeter täglich mehr als 20 Liter sauberes Wasser „ernten“ lassen, wurde bereits als Patent angemeldet. Diverse Tests sollen bestätigen, dass das gereinigte Wasser sauberer ist, als es die Weltgesundheitsorganisation WHO verlangt.

          Weltgrößte Vogelfütterung rettet Pfuhlschnepfen

          Zweimal im Jahr treten Pfuhlschnepfen die Reise von Alaska nach Neuseeland und wieder zurück an – die 11.000 Kilometer über den Pazifik fliegen sie dabei, ohne einen Zwischenstopp zu machen. Nach diesem Flug benötigen die Tiere einen Rastplatz und genügend Nahrung, um wieder zu Kräften zu kommen. Viele von ihnen wählen hierfür das Yalu-Jiang-Naturreservat im Nordosten Chinas. Da der Winter in dieser Gegend allerdings so kalt war wie seit 70 Jahren nicht, drohte den Pfuhlschnepfen eine Hungersnot. Wie das Magazin „Spektrum“ berichtete, wollten Forscher und Vogelschützer den drohenden Tod der Tiere nicht hinnehmen, konnten hohe Summen an Spendengeldern sammeln und damit die weltweit größte Vogelfütterung organisieren: 500 Tonnen Muscheln retteten tausenden Pfuhlschnepfen das Leben. In den kommenden Tagen machen sich die Tiere auf den Weg zu ihren Nistplätzen in die Arktis.

          Friedlichste Maidemonstrationen seit Jahren

          In Berlin und Hamburg war es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Ausschreitungen und Randale im Rahmen der Demonstrationen am ersten Mai gekommen. Nach dem diesjährigen Tag der Arbeit zog die Polizei eine positive Bilanz – die Kundgebungen seien so friedlich gewesen wie schon lange nicht mehr. Wie das Handelsblatt berichtet, hofft die Polizeigewerkschaft auf eine Trendwende und eine Abkehr von Gewalt und radikalen Ausschreitungen am 1. Mai. Seit Beginn der Demonstrationen in Kreuzberg am 1. Mai 1987 wurden noch nie weniger Polizeibeamte als 2018 verletzt. 20 verletzte Polizisten waren es insgesamt trotzdem noch. 1989 und 2009 kamen aber beispielsweise mehr als 300 Beamten zu Schaden. Vom „friedlichsten Einsatzverlauf seit Jahren“ sprach auch die Hamburger Polizei. Es sei ein Trend, der sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen könnte, so ein Polizeisprecher.

          Europäische Wirtschaft sehr gesund

          Als EU-Währungskommissar Pierre Moscovici am Donnerstag die Frühjahrsprognose präsentierte, zeigte er sich laut Berichten der österreichischen Zeitung „Die Presse“ euphorisch: Erstmals seit Bestehen der Wirtschafts- und Währungsunion 1999 liegen alle Mitgliedsländer der Eurozone unter dem 3-Prozent-Defizitziel. Alle Indikatoren seien „leuchtend grün“ und man könne mit Fug und Recht sagen, dass „die europäische Wirtschaft robust und sehr gesund“ ist, zitiert die „Die Presse“ den Währungskommissar Moscovici. Die EU-Kommission spricht in Sachen Wirtschaftswachstum von einem „Aufschwung mit solidem Tempo“. Mit 2,4 Prozent habe es 2017 die höchsten Wachstumsraten für Europäische Union sowie die Eurozone seit zehn Jahren gegeben – ein Trend, der sich 2018 fortsetzen dürfte.

          Legosteine aus Zuckerrohr

          Noch im Laufe dieses Jahres sollen laut dem Spielzeughersteller Lego Kunststoffbausteine auf Basis von Zuckerrohr auf den Markt kommen. Nach und nach sollen alle Lego-Steine aus nachhaltig angebauten Materialien bestehen und das bisher verwendete Plastik aus den Regalen verschwinden. Wie unter anderem der „Guardian“ berichtet, sollen die neuen Legosteine aus Polyethylen gefertigt werden, welches mit aus Zuckerrohr gewonnenem Ethanol besteht. Die ersten Kunststoffelemente von Lego aus nachhaltig angebautem Zuckerrohr haben – passenderweise – die Form von Grünpflanzen. Ziel des Unternehmens ist es, bis 2030 Produkte und Verpackungen nachhaltig zu produzieren und Produktionsabfälle gänzlich zu vermeiden.

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