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Grundschullehrer im Interview : „Am Ende stehe ich alleine vor der Klasse“

Kaum war Holger Wustmann, nach den Sommerferien 1989 erstmals Klassenlehrer einer ersten Klasse in Neubrandenburg geworden, veränderte sich alles. Heute unterrichtet er an der Grundschule Süd. Bild: Daniel Pilar

Was sagt man seinen Schülern, wenn der Staat zusammenbricht? Was macht man, wenn man die Schüler in der Pandemie nicht einmal mehr sieht? Fragen an Grundschullehrer Holger Wustmann, der seine erste Klasse 1989 durch die Wende führte und nun Schüler durch die Unruhe begleitet.

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          Herr Wustmann, wie war Ihr Schultag?
          Sehr angenehm, erste bis vierte Stunde Notbetreuung mit den zehn bis elf Schülern meiner zweiten Klasse, die immer kommen. In zwei der Stunden gab es auch eine Videokonferenz mit den Kindern, die zu Hause sitzen, auch wenn da leider nicht immer alle dabei sind.

          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Was heißt Notbetreuung bei Ihnen?

          Notbetreuung heißt eigentlich, wir beaufsichtigen die Kinder und geben ihnen Aufgaben. In Wahrheit aber machen wir einen oftmals besseren Unterricht als unter normalen Umständen, weil weniger Kinder da sind. Man ist schließlich Grundschullehrer und hat einen Anspruch an sich und sitzt nicht nur daneben.

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