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Kerstin Lamparter : Grünen-Politikerin legt Ämter nach Affäre mit Bonde nieder

Bild: dpa

Lamparter bestätigte Gerüchte über die Affäre auf Facebook. Dazu erklärte sie: Dem baden-württembergischen Minister Alexander Bonde wolle sie nicht mehr begegnen und ziehe sich deshalb aus der Politik zurück.

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          Alexander Bonde, der grüne Landwirtschaftsminister in Baden-Württemberg, hatte lange Zeit ein Problem mit den Jägern. Das lag am Jagdgesetz, und auch daran, dass auf Katzen nun nicht mehr geschossen werden darf. Das war aber nicht so schlimm, weil Jäger eine Minderheit sind und im Mehrheitsvolk mittlerweile ohnehin unbeliebt. Seit Donnerstag hat er ein größeres Problem, nämlich mit den Frauen, und die stellen ja die Hälfte der Bevölkerung.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Der 41 Jahre alte Minister soll nämlich mit der 26 Jahre alten Bauerstochter und gescheiterten Wahlkreiskandidatin Kerstin Lamparter nicht nur gemeinsam das grüne Parteiprogramm studiert haben, sondern auf „langen Waldspaziergängen“ den „Alpenbock-Käfer“ gerettet haben, wie es bei den Grünen heißt.

          Die „Bunte“ widmet der Neigung zu privaten Nebenwegen in dieser Woche gleich eine Doppelseite, wenige Tage bevor Ministerpräsident Winfried Kretschmann seine Kabinettsliste für die grün-schwarze Regierung zusammenstellen will. Bonde ist eigentlich unentbehrlich, weil er sich immer als „grüner Schwarzwälder“ und grüner CDU-Versteher angepriesen hat.

          „Auch im Privaten Verantwortung übernehmen können“

          Die vom Minister enttäuschte Liebhaberin, die zur Überraschung vieler Grüner als Außenseiterin für den Wahlkreis Hechingen-Münsingen nominiert worden war, postete die Doppelseite der Zeitschrift gleich bei Facebook und ergänzte den Bericht mit ein paar Details: „Ja, wir waren etwas weniger als drei Jahre in einer Beziehung.“

          Kerstin Lamparter im Februar 2016 bei einem Wahlkampfpodium in Reutlingen
          Kerstin Lamparter im Februar 2016 bei einem Wahlkampfpodium in Reutlingen : Bild: dpa

          Sie habe immer gehofft, mit Bonde „irgendwann wie besprochen ein ganz normales Leben zusammen zu führen“. Dann habe sie „aus Parteikreisen“ erfahren, dass sie nicht die Einzige sei, der er sich gewidmet habe. Eine Entschuldigung oder ein Trennungs-Gespräch habe es nicht gegeben, deshalb wolle sie jetzt auch keine Rücksicht mehr nehmen: „Minister, die Verantwortung für Baden-Württemberg tragen, sollten auch im Privaten Verantwortung übernehmen können.“

          Die „Bunte“ hat, damit es auch jeder versteht, ein altes Bild des Ministers mit seiner Ehefrau Conny Mayer-Bonde herausgekramt und darüber noch den gelben Aufkleber „Ehefrau“ plaziert. Die ehemalige Bundestagsabgeordnete Conny Mayer-Bonde gehört übrigens der CDU an, der Partei, mit der Bonde gerade eine Koalition vorbereitet. Warten mir mal ab, was die Jäger im Wald und in der Boulevardpresse sagen, wenn der Koalitionsvertrag vorliegt.

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