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Neuer Burschenschaft-Verband : Gegen das rechte Image

Sogenannte Chargierte beim Gründungsburschentag der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft in Jena. Bild: dpa

Mit der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft gründet sich ein dritter Dachverband. Sie alle berufen sich auf die „Urburschenschaft“ und „Ehre, Freiheit, Vaterland“. Der neue Verband hat noch ein weiteres Anliegen.

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          Wie deutsch muss ein Burschenschafter sein? Darüber streiten seit Jahrzehnten die deutschen Burschenschaften, zu denen wie selbstverständlich auch die österreichischen gezählt werden. Kai Ming Au zumindest, in Mannheim geboren und dort auch bei der Burschenschaft Hansea aktiv, war 2011 einer Vielzahl seiner Verbandsbrüder nicht deutsch genug – seine Eltern stammen aus Hongkong.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          An dem damaligen Studenten der Finanzdienstleistungen an der Fachhochschule Ludwigshafen entzündete sich ein Streit, der schließlich zum Austritt vieler Burschenschaften aus dem alten Dachverband, der Deutschen Burschenschaft (DB), führte. Innerhalb kürzester Zeit halbierte sich die Mitgliederzahl in der DB auf inzwischen nur noch knapp 70 Burschenschaften. Ein Teil der Ausgetretenen schloss sich in der Initiative Burschenschaftliche Zukunft (IBZ) zusammen, aus der heraus sich am Wochenende ein neuer Dachverband gründete: die Allgemeine Deutsche Burschenschaft (ADB).

          Damit gibt es nun drei Dachverbände, die sich auf die „Urburschenschaft“ und „Ehre, Freiheit, Vaterland“ berufen: neben DB und ADB auch die Neue Deutsche Burschenschaft. Die Neue DB mit ihren nur noch 14 Mitgliedern (von einst 23) geht auf eine Gründung vor gut 20 Jahren zurück, als sich schon einmal mehrere Burschenschaften unter anderem wegen des „volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriffs“ und dem Zwang zum „scharfen Fechten“ von der DB abwandten.

          „Wir sind der liberalste burschenschaftliche Dachverband Deutschland“, sagt denn auch der Neue DB-Vorstandsvorsitzende Wolfgang von Wiese. Die Neue DB fordert unter anderem kein Antreten mehr auf scharfe Klingen, allerdings wird das Fechten auch bei ihr noch gelernt. Ihre Mitglieder müssten auch nicht die deutsche Staatsangehörigkeit haben, ja sogar Frauen könnten bei ihnen aktiv werden, sagt von Wiese, der Alter Herr der Hannoverschen Burschenschaft Teutonia ist. Bislang aber hätten sich noch keine Frauen gefunden, die bei einer der Neuen DB-Burschenschaften aktiv werden wollten.

          Nicht konsequent genug gegen Nestbeschmutzer aus eigenen Reihen

          Michael Schmidt wiederum, Alter Herr bei der Burschenschaft Hilaritas in Stuttgart, der gerade zum neuen Sprecher der ADB in Jena gewählt wurde, positioniert seinen Dachverband zwischen den anderen beiden. Auch die ADB ist fakultativ schlagend, auch sie fordert keine deutsche Staatsangehörigkeit ihrer männlichen Mitglieder, aber dafür ein klares Bekenntnis zum deutschen Vaterland. Die ADB mit derzeit 27 Burschenschaften und 3600 Mitgliedern will vor allem eines: das rechte Image loswerden, das den Burschenschaften, die nur einen kleinen Teil der studentischen Verbindungen ausmachen, anhaftet.

          Verantwortlich für negative Schlagzeilen sind – und bleiben es wohl auch weiterhin – vor allem Mitglieder der DB, in der sich Burschenschaften wie Dresdensia-Rugia zu Gießen, Danubia München und Germania Hamburg befinden, die wegen rechtsextremistischer Tendenzen vom Verfassungsschutz beobachtet wurden und werden. Und auch wenn sich der Dachverband und die Mehrheit der Mitgliedsburschenschaften nicht wirklich „verfassungsfeindlich“ verhalten, so muss man ihnen doch vorhalten, dass sie nicht konsequent genug gegen die Nestbeschmutzer in den eigenen Reihen vorgehen. Vielleicht wandern ja bald die ersten DB-Mitglieder zur Neugründung ADB ab. Interessenten gibt es nach Angaben Schmidts bereits, wenn auch nicht aus Österreich, das für seine besonders „rechten“ Verbindungen bekannt ist.

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