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Gründer der Bundeswehr Big Band : Günter Noris nach schwerer Krankheit gestorben

  • Aktualisiert am

Big-Band-Leader Günter Noris ist tot Bild: dpa

Es war der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt, der Günter Noris Anfang der siebziger Jahre damit beauftragte, mit einer Big Band der Bundeswehr Schwung zu verschaffen. Wie jetzt bekannt wurde, erlag Noris Ende November einer schweren Krankheit.

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          Der Gründer der Big Band der Bundeswehr, Günter Noris, ist tot. Er starb nach langer schwerer Krankheit im Alter von 72 Jahren in Kerpen bei Köln, sagte sein Bruder Helmut Maier am Mittwoch in Bad Kissingen. Er bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Noris lebte seit mehr als 30 Jahren in Nordrhein-Westfalen. Er erlag am 27. November in einem Krankenhaus seinem Leiden.

          „Der Tod kam überraschend“, sagte Maier. Besonders Noris' Frau Christine sei schwer getroffen. Der Pianist, der zwei Töchter im Alter von 17 und 23 Jahren hinterlässt, wurde am vergangenen Montag im engsten Familienkreis in Kerpen beigesetzt.

          Musik für die Olympischen Spiele

          Günter Noris brachte 1971 auf Initiative des damaligen Verteidigungsministers Helmut Schmidt erstmals den Swing in die Bundeswehr. Die Big Band war später unter anderem bei den Eröffnungsfeiern der Olympischen Spielen 1972 in München, der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland und bei zahlreichen Fernseh-Auftritten zu hören. 1979 erhielt die Bundeswehr-Gruppe als erstes deutsches uniformiertes Orchester den Deutschen Schallplattenpreis für moderne Tanzmusik.

          Auftrag erfüllt: Noris brachte musikalischen Schwung in die Bundeswehr

          Der am 5. Juni 1935 in Bad Kissingen geborene Noris studierte am Bayerischen Staatskonservatorium für Musik in Würzburg Klavier und Kompositionslehre und gründete anschließend eine eigene Jazzcombo. Ende der fünfziger Jahre war der Pianist Mitglied der Helmut-Brandt-Combo und arbeitete seit 1960 auch als Arrangeur und Dirigent beim Rundfunk. 1966 begleitete er die Schauspielerin und Sängerin Hildegard Knef auf ihrer ersten Europa-Tournee.

          Bürokratie störte Kreativität

          1983 kündigte Noris seinen Vertrag mit der Bundeswehr nach internen Problemen. „In erster Linie störte mich die ständige Auseinandersetzung mit der Bürokratie, die die musikalische Kreativität hinderte“, begründete er Jahre später in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur seine Entscheidung. Anschließend gründete der Musiker die Gala Big Band. „Ich habe immer versucht, für gute, handgemachte Unterhaltungsmusik zu kämpfen“, sagte er.

          Bis zuletzt sei Noris noch öffentlich aufgetreten, sagte sein drei Jahre jüngerer Bruder Helmut Maier. Auch Schallplatten habe er weiter produziert. „Aufgrund seiner Krankheit hat er sein Arbeitspensum aber eingeschränkt.“ An welcher Krankheit der 72 Jahre alte Bandleader litt, wollte Maier nicht sagen.

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