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Großbritannien : Königin Elisabeth II. muss sparen

Muss sparen: Queen Elizabeth II. Bild: AP

Schon im letzten Jahr sind einige Posten, etwa die Ausgaben für Uniformen und für Möbelrestaurierung, halbiert oder um ein Viertel gesenkt worden. Jetzt aber geht es ans Eingemachte: Die Queen muss noch mehr sparen.

          Die britische Königin wird die Zahl ihrer öffentlichen Auftritte überdenken müssen, falls die Regierung ihrer Majestät sich nicht bereit zeigen sollte, den Spesenetat des königlichen Haushaltes, die sogenannte Zivilliste, demnächst kräftig zu erhöhen. Der Finanzbuchhalter Ihrer Majestät, der „Hüter der Königlichen Privatschatulle“, präsentierte die letzte Jahresabrechnung mit der Botschaft, dass die Reserven aus den Anfangsjahren des vergangenen Jahrzehnts bald nicht mehr genügten, um die laufenden Repräsentationskosten zu decken.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          1990, in den Amtsjahren des Premierministers John Major, hatte der königliche Haushalt mit der Regierung eine Vereinbarung getroffen, wonach der Repräsentationsetat (aus dem Personal-, Reise- und Bewirtungskosten bestritten werden, nicht aber der Gebäudeunterhalt der Schlösser) immer für zehn Jahre im Voraus vereinbart werden solle, um ein jährliches Verhandlungsschauspiel über die Ausgaben für die Monarchie zu vermeiden. Die jetzt noch gültige Etat-Vereinbarung stammt aus dem Jahr 2000 und gewährt der Königin jährlich knapp acht Millionen Pfund (rund 9,5 Millionen Euro) an Repräsentationsspesen im Jahr. Die tatsächlichen Ausgaben lagen anfänglich niedriger, damals konnte der Finanzssekretär der Königin Reserven anlegen. Die Kosten sind mittlerweile aber dramatisch gestiegen: Im jetzt abgerechneten Haushaltsjahr betrugen sie mehr als 14 Millionen Pfund (knapp 17 Millionen Euro).

          Sein eigenes Salär um knapp zehn Prozent gesenkt

          Der neue Finanzminister George Osborne hat den Palast wissen lassen, er wolle erst im nächsten Jahr, wenn die Reserven der Zivilliste völlig verbraucht sein werden, eine neue Vereinbarung mit dem königlichen Haushalt aushandeln, der dann von 2012 an gelten solle, dem Jahr, in dem Elisabeth II. ihr diamantenes Thronjubiläum begeht. Ihre Hofbeamten hoffen, dass die Regierung es nicht wagen werde, ausgerechnet im 60. Jahr der Regierungszeit der Monarchin die finanzielle Zuwendung zu entziehen.

          Schon im abgeschlossenen Etatjahr waren einige Positionen, etwa die Ausgaben für Uniformen und für Möbelrestaurierung, halbiert oder um ein Viertel gesenkt worden. Der Hüter der königlichen Schatulle, Sir Alan Reid, sah sich veranlasst, sein eigenes Salär um knapp zehn Prozent zu senken, auch der königliche Privatsekretär musste eine Gehaltskürzung verkraften. Sollten aber nun weitere Einsparungen um 25 oder gar 40 Prozent drohen, wie sie die Regierung des Premierministers David Cameron auch für die einzelnen Ministerien in Aussicht gestellt hat, dann, so heißt es aus dem Buckingham Palast, müsse an den Repräsentationspflichten der Königin gespart werden.

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