https://www.faz.net/-gum-a1l4i

Eine Million Euro : Thunberg will gesamtes Preisgeld spenden

  • Aktualisiert am

Greta Thunberg Bild: dpa

Greta Thunberg hat einen neuen Preis für Menschlichkeit erhalten, dotiert mit einer Million Euro. Thunberg kündigt an, das Geld zu spenden – und kritisiert nebenbei das Ergebnis des EU-Gipfels.

          2 Min.

          Die Klimaaktivistin Greta Thunberg hat als Erste den neuen Preis für Menschlichkeit der portugiesischen Gulbenkian-Stiftung erhalten. Er werde ihr für ihren Kampf gegen die Erderwärmung und die Umweltzerstörung verliehen, teilte die private Stiftung am Montag in Lissabon mit. Umgehend danach kündigte die 17 Jahre alte Schwedin an, das gesamte Preisgeld in Höhe von einer Million Euro zu spenden. Die Gründerin der Klimaschutzbewegung Fridays for Future war unter 136 Nominierungen aus 46 Ländern ausgewählt worden.

          Der Leiter der Preisjury, Jorge Sampaio, betonte, es habe eine große Mehrheit für die Vergabe des Preises an Thunberg gegeben. Sie habe es geschafft, gerade jüngere Menschen für die Sache des Klimaschutzes zu mobilisieren. Ihr hartnäckiger Kampf und ihre oft unbequemen Mahnungen machten sie zu einer herausragenden Persönlichkeit der Gegenwart.

          Thunberg bedankte sich auf Twitter für den Preis. „Das bedeutet eine Menge für mich, und ich hoffe, dass es mir hilft, mehr Gutes in der Welt zu tun“, sagte sie in einem Video und versprach zugleich, dass das gesamte Preisgeld so schnell wie möglich über ihre Stiftung an Organisationen und Projekte gespendet werde, die sich für das Klima und die Umwelt einsetzten und diejenigen Menschen unterstützten, die von der Klima- und Umweltkrise am stärksten betroffen seien. Die ersten 100.000 Euro gehen demnach an die Kampagne SOS Amazonia, die unter der Ägide des brasilianischen Ablegers der Fridays-for-Future-Bewegung den Corona-Ausbruch im Amazonasgebiet bekämpfe. Dieselbe Summe gehe an die Stiftung Stop Ecocide, um diese bei ihrer Arbeit zu unterstützen, damit schwere Umweltzerstörung eines Tages als internationale Straftat angesehen werde.

          Kritik übte Thunberg derweil an der Einigung der Staats- und Regierungschefs der EU. Diese seien mit Blick auf das Klima völlig unzureichend. Der EU-Sondergipfel habe lediglich ein paar „nette Worte“ sowie einige vage und unvollständige Klimaziele zustande gebracht, schrieb die 17-Jährige am Dienstag auf Twitter. „Solange die Klimakrise nicht als eine Krise behandelt wird, bleibt das notwendige Handeln außer Sichtweite.“ Thunberg und ihre deutsche Fridays-for-Future-Mitstreiterin Luisa Neubauer hatten die EU kurz vor dem Brüsseler Sondergipfel gemeinsam mit den beiden Belgierinnen Anuna de Wever und Adélaïde Charliér zu klaren Maßnahmen gegen die drohende Klimakatastrophe aufgerufen. In einer gemeinsamen Erklärung schrieben die Aktivistinnen am Dienstag, die Staats- und Regierungschefs der EU hätten sich auf dem Gipfel weiter geweigert, dem Klimanotfall zu begegnen. Die Klimakrise bei den Verhandlungen komplett zu ignorieren, sei unentschuldbar.

          In dem offenen Brief hatten Thunberg und ihre Mitstreiterinnen am vergangenen Donnerstag unter anderem den sofortigen Stopp jeglicher Investitionen in und Subventionen für fossile Brennstoffe sowie die Festlegung jährlicher, verbindlicher CO2-Budgets eingefordert. Das Schreiben hatten etliche Klimaforscher, aber auch zahlreiche Prominente wie Hollywood-Star Leonardo DiCaprio unterzeichnet. Mittlerweile sind laut Angaben von Fridays for Future mehr als 78.000 Unterschriften zusammengekommen.

          Weitere Themen

          Die Pandemie im Überblick

          Zahlen zum Coronavirus : Die Pandemie im Überblick

          Das Coronavirus hat Deutschland und die Welt weiterhin fest im Griff, zahlreiche Länder vermelden immer neue Höchstwerte. Wie sich die Infektionszahlen im In- und Ausland entwickeln – unsere Karten und Diagramme geben einen Überblick.

          New Yorker Grundschüler sollen jede Woche getestet werden

          Corona-Liveblog : New Yorker Grundschüler sollen jede Woche getestet werden

          So viele neue Krankenhaus-Einweisungen in Kalifornien wie nie zuvor +++ Kanzleramtschef Braun: „Krise wird erhebliche Spuren in der Wirtschaft hinterlassen“ +++ Söder kündigt Überprüfung von Skiurlaubern an +++ Fauci rechnet mit Zuspitzung der Situation in Amerika +++ Alle Entwicklungen im Liveblog

          Topmeldungen

          Krise im deutschen Fußball : Die Nationalelf ist im freien Fall

          Seit dem WM-Sieg stürzt der Image-Wert des Nationalteams in den Keller, wie eine Umfrage belegt. Auch die Entfremdung von der Elf erreicht eine neue Dimension. Das hat nicht nur mit Niederlagen auf dem Rasen zu tun.
          Die Genforschung zeigt: Es gibt keine biologische Begründung von Rasse. Alle Menschen sind gleich.

          Debatte über Streichung : Der gefährliche Mythos Rasse

          Der Begriff der Rasse soll aus dem Grundgesetz verschwinden. Geprägt von einem französischen Arzt und Philosophen hat das Wort eine zweifelhafte wissenschaftliche Karriere gemacht – mit mörderischen Folgen. Forscher arbeiten an seinem Ende.
          Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, am 20. November in Troisdorf

          Historische Corona-Analogien : Auch Deutsche unter den Opfern

          Armin Laschet spricht vom härtesten Weihnachtfest der Nachkriegszeit, eine Demonstrantin vergleicht sich mit Sophie Scholl: Helfen mehr Geschichtsbücher gegen die schiefen Bilder?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.