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Greta in Washington : „Ihr gebt euch nicht genug Mühe“

  • -Aktualisiert am

Bild: AFP

Nach ihrem Besuch bei Barack Obama hat Greta Thunberg auch die Task Force für Klimaschutz des Senats besucht. Eine Rede wollte sie dort aber nicht halten – die Politiker sollten lieber den Wissenschaftlern zuhören.

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          Zwischen Demonstrationen vor dem Weißen Haus und einem Auftritt bei der Task Force für Klimaschutz des Senats hatte Greta Thunberg auch noch Zeit für Barack Obama. Die 16 Jahre alte Schwedin, die seit drei Wochen die Ostküste der Vereinigten Staaten bereist, tauschte sich am Dienstag mit dem Vorgänger des amerikanischen Präsidenten Donald Trump über Kreativität, die Welt der Zukunft und jugendliche Klimaaktivisten in den Vereinigten Staaten aus, bevor sie sich kameratauglich per Faustcheck verabschiedete.

          „Viel Glück“, wünschte Obama der Klimakämpferin, die sich brav mit einem „Dir auch viel Glück“ revanchierte. Die Mitglieder der Task Force für Klimaschutz des Senats kamen anschließend nicht ganz so glimpflich davon. „Ich weiß ja, dass ihr es versucht. Aber ihr gebt euch nicht genug Mühe, tut mir leid“, warf Thunberg Senator Edward Markey und seinen Mitstreitern vor. Die Abgeordneten sollten sich Lobeshymnen auf jugendliche Klimaaktivisten sparen, forderte die Schwedin.

          Auch die übliche Rede wollte Thunberg nicht halten. „Ich will nicht, dass ihr mir zuhört. Ich will, dass ihr den Wissenschaftlern zuhört“, ließ sie die Task Force wissen und legte den Abgeordneten den Bericht zur Globalen Erwärmung des Weltklimarats der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2018 vor. „Ich will, dass ihr euch hinter die Wissenschaft stellt“, verlangte die Sechzehnjährige. „Und dann will ich, dass ihr etwas tut.“

          Vor dem Kapitol in Washington: Greta Thunberg lauscht den Worten von Senator Ed Markey.

          Die Abgeordneten, die zu den heftigsten Verfechtern des Klimaschutzes in Washington zählen, ließ Thunbergs Auftritt ein wenig ratlos zurück. Beobachter berichteten, dass einige applaudierten, während andere zu lachen begannen. Demokrat Markey, eines der bekanntesten Gesichter des Klimaschutzprogramms Green New Deal, versprach derweil, sich künftig mehr anzustrengen.

          Nach Thunbergs unerwarteter Mahnung an die Task Force stand für Mittwoch ein Besuch des Ausschusses für Internationale Angelegenheiten des Repräsentantenhauses auf dem Programm. Anschließend wird Greta in New York erwartet, wo sie in der kommenden Woche eine Rede bei der Klimakonferenz der Vereinten Nationen hält.

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