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Ärger um Jared Kushner : Drängt Donald Trump seinen Schwiegersohn ins Abseits?

  • Aktualisiert am

Jared Kushner (links) sitzt am Dienstag bei einem Treffen zu Cyber-Sicherheit neben Donald Trump. Beobachter wollen eine Entfremdung zwischen den beiden bemerkt haben. Bild: MICHAEL REYNOLDS/EPA/REX/Shutterstock

Auf Donalds Trumps Schwiegersohn ruhen die Hoffnungen der Gemäßigten. Doch in Washington gibt es nun Gerüchte, dass Jared Kushner in Trumps Team wenig zu sagen hat.

          Als der neue amerikanische Präsident Donald Trump seinen Schwiegersohn Jared Kushner ins Weiße Haus berief, sahen manche darin Vetternwirtschaft, andere waren erleichtert. Denn Kushner kommt aus einer Familie, die zuvor die Demokraten unterstützt hatte, ist gläubiger Jude und gilt nicht als politischer Hardliner. Viele erhofften sich einen mäßigenden Einfluss Kushners auf Trump. Nur zwölf Tage nach Trumps Amtseinführung mehren sich jetzt aber Berichte in amerikanischen Medien, dass der Präsident seinen Schwiegersohn auf Abstand hält – womöglich eben wegen seiner Versuche, besänftigend auf Trump einzuwirken.

          Als Indiz dafür wird der geplatzte Besuch des mexikanischen Präsidenten betrachtet. Laut „Vanity Fair“ war es Kushner, der den Besuch Peña Nietos im Weißen Haus arrangiert hatte. Das Treffen sei Kushner so wichtig gewesen, dass er bereit gewesen war, selbst nach Mexiko zu reisen, um Nieto zu überzeugen. Letztlich sei es ihm aber gelungen, ihn telefonisch zu überreden.

          Ein Tweet zerstörte das Ergebnis langer Arbeit

          Doch keine zwölf Stunden, nachdem Kushner seinem Vorgesetzten Trump von seinem Erfolg berichtet habe, twitterte der: Wenn Nieto nicht für die geplante Mauer zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko zahlen wolle, solle er lieber nicht kommen. Das Treffen platzte, worüber Kushner verständlicherweise wütend gewesen sein soll.

          Ein weiterer Hinweis für das Kräftemessen im Weißen Haus klingt etwas weiter hergeholt: Trump soll in den knappen zwei Wochen seiner bisherigen Amtszeit in der Zeit von Freitag- bis Samstagabend ungewöhnlich aktiv gewesen sein. So unterschrieb er das Einreiseverbot für Bürger sieben mehrheitlich muslimischer Länder an einem späten Freitagnachmittag, eine Viertelstunde vor Sonnenuntergang. Und am Tag nach seiner Amtseinführung – einem Samstag – legte er sich mit dem Park-Service an, der Bilder der vergleichsweise wenigen Besucher bei seinem Antritt verbreitet hatte.

          Wichtige Entscheidungen während des Sabbats

          Die „Vanity Fair“ und andere Medien mutmaßen, dass Trump dies nicht ohne Grund tut: Von Sonnenuntergang am Freitag bis zum Samstagabend befolgen Jared Kushner und seine Frau Ivanka Trump die Regeln des Sabbats. Das heißt, sie arbeiten nicht und benutzen keine technischen Geräte. Bei Besprechungen im Weißen Haus ist Kushner während dieser 24 Stunden nicht dabei.

          Dass Kushner im Kampf um Einfluss gegen Rechtsextreme wie Trumps Chefstrategen Stephen Bannon verliert, kann man laut dem Bericht auch daran erkennen, dass in der Erklärung von Trumps Regierung zum Holocaust-Gedenktag Juden als Opfer nicht explizit erwähnt wurden. In der Erklärung ist von „Opfern“ und „unschuldigen Menschen“ die Rede, die Wörter „Juden“ oder „Judentum“ fallen nicht, wofür Trump scharf kritisiert wurde. Der Vorsitzende der Antidiffamierungsliga etwa bezeichnete das Statement als „besorgniserregend“.

          Auch Trumps Tochter Ivanka, die mit ihrem Mann New York verlassen hat und nach Washington gezogen ist, sieht laut dem Bericht die Möglichkeit schwinden, ihren Vater zu beeinflussen. Im Wahlkampf hatte sie noch als die Wunderwaffe des aufbrausenden Geschäftsmanns gegolten. Der Konflikt zwischen Vater und Schwiegersohn bringe sie jetzt in eine schwierige Lage, wird ein Vertrauter der beiden im Bericht der „Vanity Fair“ zitiert.

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