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Goldene Kamera für Thunberg : „Wir stehen an einem Scheideweg unserer Geschichte“

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Eine der jüngsten Preisträgerinnen: Greta Thunberg wird mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. Bild: dpa

Aktivistin Greta Thunberg hält bei der Goldenen Kamera einen Appell für die Rettung des Weltklimas. Einen Überraschungsauftritt legt Thomas Gottschalk hin.

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          Die Umweltaktivistin Greta Thunberg hat bei der Goldenen Kamera einen flammenden Appell für die Rettung des Weltklimas gehalten. „Wir stehen jetzt an einem Scheideweg unserer Geschichte“, sagte die 16 Jahre alte Schwedin am Samstagabend in Berlin. Sie rief Prominente auf, ihre Stimme zu erheben, da sie Einfluss auf Milliarden Menschen weltweit hätten.

          Thunberg ist zur Symbolfigur einer Protestwelle geworden, weil sie immer freitags für einen beherzteren Kampf gegen den Klimawandel demonstriert statt zur Schule zu gehen. Sie wurde mit einem Sonderpreis Klimaschutz ausgezeichnet.

          „Die Schülerin aus Schweden hat uns aufgerüttelt“

          „Die Schülerin aus Schweden hat uns aufgerüttelt“, sagte Laudator Michael Bully Herbig bei der Gala im stillgelegten Flughafen Tempelhof. Den Preis widmete Thunberg denjenigen, die den Hambacher Forst schützten und die fossile Energie im Boden beließen.

          Rund 1200 Gäste waren zur Verleihung der Film- und Fernsehpreis eingeladen. Steven Gätjen moderierte den Abend. Das ZDF übertrug die Preisverleihung, die von der Funke Mediengruppe veranstaltet wird. Zur Eröffnung sangen Westlife. Im Publikum saßen unter anderem die Schauspieler Jan Josef Liefers, Moderator Kai Pflaume und die amerikanische Schauspielerin Jessica Chastain.

          Thomas Gottschalk legte bei der Goldenen Kamera einen Überraschungsauftritt hin

          Auf dem pinken Teppich erschien auch der österreichische Künstler Tom Neuwirth, bisher bekannt als Conchita Wurst. Zuletzt zeigte er sich auf Bildern eher maskulin und nannte sich „Wurst“. In Berlin erschien er mit dicker Metallkette und schwarzer Corsage.

          Über die Verleihung mehrerer Preise entschied eine Jury, zu der auch die Schauspieler Nadja Uhl und Richy Müller („Tatort“) gehörten. Geehrt wurde zum Beispiel die Schauspielerin Anna Schudt. Die 45-Jährige bekam eine Goldene Kamera als beste Darstellerin für ihre Rolle im ZDF-Film „Aufbruch in die Freiheit“. Das Familiendrama über die Lage von Frauen in den 1970ern wurde auch als bester Fernsehfilm prämiert. „Ich bin so stolz auf diesen Film“, sagte Schudt. Und fügte hinzu: „Das nächste Mal spiele ich wirklich was Lustiges, Papi.“

          „Jede Szene mit dir ist ein großes Geschenk“

          Die Goldene Kamera als bester Schauspieler hat Albrecht Schuch gewonnen. Schuch spiele so leicht und durchlässig, sagte Laudatorin Désirée Nosbusch. „Jede Szene mit dir ist ein großes Geschenk.“ Beide hätten noch vor ein paar Stunden miteinander in Luxemburg für die zweite Staffel „Bad Banks“ gedreht. Schuch wurde für seine Rollen im ZDF-Krimi „Der Polizist und das Mädchen“ und dem ARD-Film „Kruso“ ausgezeichnet. Es sei ein Geschenk, Geschichten erzählen zu dürfen, sagte Schuch. Als bester Schauspieler waren auch Nicholas Ofczarek („Der Pass“, Sky) und Jörg Schüttauf („Macht euch keine Sorgen“, Das Erste) nominiert. Alle Drei zeigten, welchen Reichtum an deutschsprachigen Schauspielern es gebe, sagte Nosbusch.

          Bereits bekannt war, dass die britische Schauspielerin Vanessa Redgrave für ihr Lebenswerk ausgezeichnet werden sollte. Sie sollte aber nicht selbst kommen. „Sie hatte letzte Woche einen Unfall. Obwohl es ihr jeden Tag besser geht, haben ihr die Ärzte striktes Reiseverbot erteilt“, hatten die Veranstalter erklärt.

          Einen Überraschungsauftritt legte unterdessen Thomas Gottschalk hin. Er trat auf, als die Band Pur geehrt wurde. Hinter dem Auftritt steckte eine verlorene Wette aus „Wetten, dass..?“-Zeiten: „Ich habe 18 Jahre lang kein Auge zugetan wegen dieser verlorenen Wette“, scherzte Gottschalk. Der aktuelle Auftritt habe sich jetzt so ergeben. Pur-Sänger Hartmut Engler wirkte überrascht. Die Band habe nicht geglaubt, dass sich der Auftritt noch ergebe. Darauf Gottschalk: „Du, es gibt Dinge, mit denen rechnet man nicht, und die passieren trotzdem.“

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