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Gleichbehandlung : „Gendersternchen“ ist Anglizismus des Jahres 2018

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Das „Gendersternchen“ ist Anglizismus des Jahres 2018. (Archivbild) Bild: dpa

Das „Gendersternchen“ ist zum Anglizismus des Jahres 2018 avanciert. Laut der Jury ist es „eine klare Bereicherung des deutschen Wortschatzes“.

          Der Anglizismus des Jahres 2018 lautet „Gendersternchen“. Dies gab die Jury der Initiative „Anglizismus des Jahres“ rund um den Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch von der Freien Universität Berlin am Dienstag bekannt. Das „Gendersternchen“, ein typografisches Zeichen, das bei Personenbezeichnungen Menschen mit anderer geschlechtlicher Identität miteinbezieht, stelle „eine klare Bereicherung des deutschen Wortschatzes dar“, so die Jury in ihrer Begründung. „Gendersternchen“ sei ein gut verständlicher Ausdruck für die Diskussion.

          Ob die Absichten hinter dem „Gendersternchen“ gutgeheißen würden oder nicht – der Begriff habe eine zentrale Bedeutung in der öffentlichen Auseinandersetzung mit dem Thema der sprachlichen Gleichbehandlung aller Geschlechter, erklärte die Jury.

          Überzeugt habe die Jury darüber hinaus die sprunghafte Verbreitung im öffentlichen Sprachgebrauch. „Gendersternchen“ sei ein „Scheinanglizismus“, weil der Begriff eine „genuin deutsche Wertschöpfung“ sei. Seit 2013 finde sich der Begriff „Gender Star“ im allgemeinen Sprachgebrauch. Seit 2016 habe sich „Gendersternchen“ zunehmend durchgesetzt, im vergangenen Jahr wurde über eine Aufnahme des „Gendersternchens“ in die Amtliche Rechtschreibung diskutiert.

          Jury würdigt den Begriff „Gender“

          Die Geschichte des Wortes zeige, dass „Sprachgemeinschaften das entlehnte Wortgut produktiv zur Bildung neuer Wörter nutzen“, teilte die Jury mit. Der aktive Umgang mit dem entlehnten Wort sei an der Ersetzung des englischen Begriffs „Star“ durch das deutsche „Sternchen“ zu erkennen. Zudem würdigte die Jury den Begriff „Gender“, der das Geschlecht als „kulturell hergestellter und damit veränderbarer Kategorie“ begreift. Es ergänze das Wort Geschlecht, das eher im biologischen Sinne gebraucht werde.

          Außerdem bedacht wurden die Begriffe „Framing“ und „nice“. Das erste Wort bezeichne die Darstellung eines Themas aus einer bestimmten Perspektive durch sprachliche Bilder. Ziel sei es, bestimmte politische Positionen zum Thema überzeugend zu vermitteln. Der Begriff zeige, dass politische Kommunikationsprozesse unter einer verstärkten öffentlichen Beobachtung stehen. Das Wort „nice“ sei zwar schon länger ein Jugendwort, das mit „gut“ oder „toll“ übersetzt werden kann. Allerdings habe es bislang keine Ausbreitung in der geschriebenen Sprache gegeben. Daher verlieh die Jury dem Begriff einen Sonderpreis für den „interessantesten Anglizismus in der gesprochenen Sprache“.

          Die Initiative „Anglizismus des Jahres“ würdigt seit 2010 den Beitrag des Englischen zur Entwicklung des deutschen Wortschatzes. Bisherige Gewinner waren „Influencer“ (2017), „Fake News“ (2016) und „Refugees Welcome“ (2015). Die Jury der Initiative besteht zu einem großen Teil aus Sprachwissenschaftlern und Anglisten.

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