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Frauen auf Instagram : Jetzt auch ohne Make-up

  • -Aktualisiert am

Feministin und Schauspielerin Lena Dunham floh vor den Twitter- Hasswellen in Richtung Instagram. Bild: AP

Eine Frau sollte selbstbewusst entscheiden, wie sie aussehen möchte – und wie sie darüber sprechen will. Auf Instagram wird derzeit ein neuer Weg gefunden, sich zu dem Thema auszutauschen.

          Wenn die gestresste Instagram-Userin am Ende eines harten Tages noch einmal lachen oder sich entspannen will, sollte sie sich die Beiträge von Busy Philipps anschauen. Busy trägt kein Make-up und kennt sich aus mit echten Frauenproblemen und -perspektiven. Die frühere Schauspielerin gehört zu den neuen Instagram-Comedians und kann beispielsweise sehr lustig über ihre Versuche mit „arm spanx“ sprechen, das ist eine Bandage, mit der die Arme dünner wirken sollen. Von einem glamourösen Hollywood-Lifestyle erzählt sie nichts, obwohl sie rund zwanzig Jahre Schauspielerin war. Als solche schaffte sie nicht den sogenannten Durchbruch. Jetzt allerdings schon, dank Instagram. Heute wird sie permanent von TV-Produzenten auf Partys angesprochen, wie ihre digitale Strategie lautet.

          Aber Busy Philipps hat keine Strategie, ihr Geheimnis ist simpel: Keine Frau muss sich bei ihr besser oder schlechter fühlen. Busy sagt, es gibt nur ein Leben, egal ob man nun in Hollywood wohnt oder nicht. Und dieses Leben stellt allen Frauen dieselben Fragen: Busy zeigt, wie ein alltagstauglicher, undogmatischer, lässiger Feminismus aussieht. Und dazu gehört eben auch mal das Thema „arm spanx“. Manchmal geht es aber um größere Dinge.

          „Horrible, racist, sexist, xenophobic dangerous man“

          Per Instagrampost forderte sie ihre knapp eine Million Follower auf, den „horrible, racist, sexist, xenophobic dangerous man“ namens Trump auf keinen Fall zu wählen. Oder sie promotet den „March for our lives“, die große Demonstration gegen das amerikanische Waffengesetz. Die Likes auf ihrer Seite kommen von Namen, die man aus dem Kino oder der Presse kennt. Da steht ein Herzchen von Hollywood-Lady Gwyneth Paltrow, daneben Diversity-Star Lena Dunham, Ex- Starlet Amanda de Cadenet oder Urfeministin Gloria Steinem. Es geht nicht einfach nur um Likes, da entsteht eine besondere weibliche Instagram-Community, die eine neue Form der Kommunikation schafft, eine Art neuer Sprache, die für einen diversen, amüsanten, tröstenden, aber präzisen weiblichen Blick steht. Ist Instagram das neue digitale Feministinnen-Paradies? Netter als Twitter? Frischer als Facebook?

          So einfach ist es nicht, wie eine Harvard-Studentin in einem vielbeachteten Artikel mit dem Titel „What Instagram Taught Me about Feminism“ in der täglichen Online-Zeitung der Universität darlegte. Auf Facebook sei sie eine andere Person als auf Instagram, hielten ihr ihre Freunde vor, auf Facebook erscheine sie als Hardcore-Feministin, auf Instagram als süßes Mädchen. Autorin Nian Hu erzählt, wie sie auf Facebook regelmäßig drastischere feministische Ansichten poste und von Männern deshalb Kommentare bekomme, sie sei ein „Feminazi“. Nachdem dieselben Männer aber ihr Profilbild auf LinkedIn gesehen hätten, würden sie ihr auf Facebook gleich Sexdates vorschlagen.

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