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Porträt eines Gewürzbauers : „Mal säen, und dann mal gucken“

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Grüne Umgebung: Landwirt Link in einem Feld mit Fenchel Bild: Wonge Bergmann

Als es wegen der Trockenheit schwer wurde mit dem Weizen, fing der Landwirt Marcus Link zu recherchieren an. Heute kultiviert er exotische Gewürze. Metzger und Wirt ist er außerdem. Besuch bei einem, der vieles kann.

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          Eine kleine Tüte, voll mit tiefschwarzen Kümmelsamen. Marcus Link streut ein paar davon auf seine Hand, atmet ihren intensiven Duft ein und sagt: „Damit habe ich 2012 angefangen.“ Link ist seit Stunden draußen. Auf dem Aussiedlerhof der Familie, wenige Kilometer entfernt von Miltenberg und der hessisch-bayerischen Grenze, hat der Landwirt heute noch viel zu tun; die Ernte beginnt bald.

          Wo Link steht, sieht er rundum endlose Wellen mit Feldern und Streuobstwiesen bis zu den Rändern des Spessarts. Der nächste Nachbar, ebenfalls ein Bauernhof, ist einen Kilometer entfernt. Er liebe seine Arbeit, sagt der 29 Jahre alte Link, aber er folge nur seinen eigenen Regeln. Mit 19 absolvierte er als Jahrgangsbester in Bayern seine Prüfung zum Metzgermeister, mit 23 wurde er Landwirtschaftsmeister und arbeitet seitdem im Familienbetrieb, nur mit seinen Eltern und einem angestellten Landwirtschaftsmechaniker. Inzwischen ist er der Chef des Hofes – und einer der wenigen Gewürzbauern in Deutschland. Auf seinen Feldern wachsen Kümmel und Schwarzkümmel, Anis und Fenchel und Koriander, gelber und brauner Senf, Bockshornklee und einiges mehr. Im nächsten Jahr will er zehn weitere Gewürzarten auspflanzen.

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