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Ein ganzes Bündel Leben : Die schönsten Kinderbücher zum Verschenken

E. T. A. Hoffmann: „Nussknacker und Mausekönig“. Das Rätsel des verschollenen Mauseschatzes. Neu erzählt von Sybil Gräfin Schönfeldt. Mit Bildern von Sabine Friedrichson. Verlag Jacoby & Stuart, Berlin 2017. 112 S., geb., 25 Euro. Ab 8 J.

Superhelden mit Farbeimern

Im Alltag heißt sie Laura, schlägt sich mit ihrer lautstark vor sich hin pubertierenden älteren Schwester und dem fiesen Sohn des örtlichen Pfarrers herum, erträgt ihren wunderlichen Vater und findet Halt bei ihrer soliden Mutter. Im Geheimen aber ist sie die Superheldin Blaura, die mit ihren gleichgesinnten Superheldenfreunden Brauno (alias Bruno) und Schwarzke (Matze) die Bösen bestraft. In diesem Fall trifft das den Pfarrerssohn, der die Katze von Frau Wang gequält hat – er wird bald wegziehen, zum Glück, die Umzugskartons sind schon in der Garage aufgestellt, und die drei Superhelden machen das, was sie am besten können: Sie pinseln in ihrer jeweiligen Farbe die Gegenstände der Schuldigen an, hier also die Kartons. Nur dass sich bald herausstellt, dass das wirkliche Problem ihrer Welt ein ganz anderes ist: Ein Hühnerbaron will auf Gemeindeland eine gewaltige Legebatterie errichten, und der Streit darüber, ob man sich den Gestank antun will, droht die Gemeinde zu spalten – und mit ihr Lauras Familie.

„Super Laura“ ist der letzte Band von Håkon Øvreås’ Trilogie um die Freunde Bruno, Matze und Laura, und wie die Vorgänger ist er von Øyvind Torseter hinreißend exzentrisch illustriert. Er stellt auf jeder Seite die Frage, wie man sich in einer Welt behauptet, in der die Ungerechtigkeit in jeder Ecke wuchert, wenn man sie hinnimmt. Und was einem übrigbleibt, wenn man das eben nicht tut.

Håkon Øvreås, Øyvind Torseter: „Super Laura“. Carl Hanser Verlag, München 2018. 200 S., geb., 12 Euro. Ab 9 J.

Ich bin eine ganze Menge

Wenn man jeden Morgen in einem anderen Körper aufwacht und alt oder jung, männlich oder weiblich, arm oder reich, umhegt oder vernachlässigt ist, einfach so, dann verbaut dieser Zustand zwar viele Wege, aber er eröffnet auch Möglichkeiten. Zum Beispiel ist man für nichts zur Verantwortung zu ziehen, man kann über die Stränge schlagen, ohne dass es am nächsten Morgen peinlich wird – wenigstens nicht für einen selbst. Der andere dagegen, dessen Körper man einen Tag ausgefüllt hat, muss alles ausbaden.

Für das Wesen, das sich selbst „A“ nennt und dem das alles widerfährt, ist dieser ständig wandelbare Zustand dann auch Alltag – es kennt es nicht anders. Als A dann aber einen Tag als Collegeschüler verbringt, der mit der reizenden Rhiannon zusammen ist, verliebt sich auch A in das Mädchen. Was vorher eiserne Regel war, nämlich nicht aufzufallen, wird nun zur Bürde – schließlich muss A, wenn er in Rhiannons Nähe bleiben will, jeden Morgen versuchen, seine dann neue Existenz mit Rhiannon in Kontakt zu bringen. Das entpuppt sich im Verlauf von David Levithans Roman „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ als noch komplizierter, als es klingt. Denn wie will A diese Geschichte Rhiannon erklären?

David Levithan: „Letztendlich sind wir dem Universum egal“. Aus dem Englischen von Martina Tichy. Fischer Taschenbuch, Frankfurt 2016. 416 S., geb., 9,99 Euro. Ab 14 J.

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