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Wegen Verwechslungsgefahr : Gericht verbietet Tina-Turner-Plakat

  • Aktualisiert am

Nicht verwechseln: Dorothea „Coco“ Fletcher, Darstellerin der Tina Turner, und Oliver Forster, Geschäftsführer der Konzertagentur Cofo Entertainment, kommen mit Plakat in das Landgericht. Bild: dpa

Die Doppelgängerin sah ihr zu ähnlich: Das Oberlandesgericht Köln hat einem Veranstalter die Nutzung seiner Werbeplakate für eine Tina-Turner-Show verboten. Die Sängerin hatte zuvor Klage eingereicht.

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          Tina Turner (80) hat vor Gericht ein Klageverfahren gegen einen bayerischen Tourveranstalter gewonnen. Das Werbeplakat für die Show „Simply The Best – Die Tina Turner Story“ dürfe so nicht mehr verwendet werden, entschied am Mittwoch das Landgericht Köln. Die Verwendung des Namens Tina Turner zusammen mit dem Bild einer Doppelgängerin könne fälschlich den Eindruck vermitteln, dass die echte Sängerin an dem Musical mitwirke oder sogar selbst auftrete. „Die beklagte Firma hat nicht das Recht, ein potenzielles Publikum über die Mitwirkung von Tina Turner zu täuschen“, stellte das Gericht in einer Pressemitteilung klar.

          Tourneeveranstalter Oliver Forster von Cofo Entertainment aus Passau hatte vor Gericht argumentiert, die „Tina Turner Story“ sei schon mehr als 100 Mal in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgeführt worden, und noch nie habe sich ein Zuschauer anschließend darüber beschwert, dass er nicht die echte Tina Turner gesehen habe. Das hat das Gericht aber nicht überzeugt.

          Es kämen hier drei Dinge zusammen, erläutert Gerichtssprecherin Michaela Brunssen. Erstens lebt die Künstlerin noch. Zweitens steht ihr Name groß auf dem Plakat. Und drittens ist auch noch ein Foto zu sehen, das zwar nicht sie zeigt, aber eben ein Double. Zusammengenommen sei das zu viel. „Die beklagte Firma hat nicht das Recht, ein potenzielles Publikum über die Mitwirkung von Tina Turner zu täuschen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Gerichts.

          Tina Turner ist nicht der erste Star, der dagegen vorgeht, dass mit seinem Namen Geld gemacht wird. So bekam der Hamburger Schönheitssalon „Rihana Lamis“ 2017 Probleme mit Rihanna. Die Sängerin sah eine Verwechslungsgefahr, weil sie ebenfalls eine Kosmetikkollektion vertreibt. Die Künstlerin und John-Lennon-Witwe Yoko Ono ging gegen die Szenekneipe „Yoko Mono“ und die Bar „John Lemon“ vor. Auch hier hieß es: Verwechslungsgefahr.

          Im Fall Tina Turner kann Johannes Heininger von Cofo Entertainment noch nicht sagen, ob das Unternehmen gegen das Urteil Berufung einlegen wird. Im Vorgriff auf die richterliche Entscheidung habe man das Plakat bereits angepasst: Es trägt jetzt den Zusatz „Starring Dorothea „Coco“ Fletcher“. „Wir gehen davon aus, dass wir das Plakat so weiter verwenden dürfen“, sagt Heininger.

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