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George Clooney in Deutschland : „Hollywood für den Harz – das wäre was“

  • Aktualisiert am

„My heart, my heart“: George Clooney mit Anja Oppermann. Bild: NDR

Und dann kam ein schwarzer BMW, und heraus stieg George Clooney: Anja Oppermann aus dem Harz über ihre Bergwerksbegegnung mit dem Hollywoodstar.

          2 Min.

          Frau Oppermann, Sie sind jetzt berühmt.

          Nein, nein, das bin ich nicht. Hier ist alles wie immer. Viele glauben es sowieso nicht.

          Dass George Clooney bei Ihnen war?

          Ja. Und dass er noch mal herkommt. Angeblich soll ja hier für „The Monuments Men“ gedreht werden.

          Clooneys Film über eine Sondereinheit, die von den Nazis geraubte Kunstschätze vor der Zerstörung bewahren soll.

          Ja, Ende April soll das Filmteam in unsere Gegend kommen, stand in der Lokalzeitung. Die ist jeden Tag voll mit Clooney-Berichten, also, die wissen da mehr als wir. Und vor einem Monat wurden in Goslar 2000 Leute gecastet, stundenlang standen die Leute Schlange.

          Waren Sie dabei?

          Ich mache nicht mit, ich passe da gar nicht rein. Die haben Leute gesucht, die nach Krieg aussehen, dünn, verhungert, ausgemergelt. Tattoos, Piercings und gefärbte Haare waren Ausschlussgründe.

          Sie haben Piercings?

          Nein, aber blonde Strähnen.

          Hätte Ihre Beziehung zu Clooney helfen können?

          Ich habe ihn doch nur kurz getroffen, das ging alles ganz schnell.

          Wie kam es überhaupt dazu?

          Das war am 13. Februar, nachmittags gegen fünf. Da hat hier noch kein Mensch von George Clooney geredet. Ich hatte Frühschicht und war deshalb schon zu Hause, saß auf dem Sofa, wir wollten gerade Kaffee trinken, als mein Mann einen Anruf bekam.

          Clooney?

          Nein, der Besitzer der Wiemannsbucht. Das ist ein Erzbergwerk hier mitten im Wald, das aber seit 20 Jahren stillgelegt ist. Mein Mann hält als Hausmeister das Gelände in Ordnung. Es hieß dann, dass gleich Leute kommen, um sich das mal anzusehen.

          Seit 20 Jahren stillgelegt: Der Wiemannsbucht-Schacht bei Bad Grund im Harz.
          Seit 20 Jahren stillgelegt: Der Wiemannsbucht-Schacht bei Bad Grund im Harz. : Bild: dapd

          Was gibt’s denn da Besonderes?

          Eigentlich nichts, es wohnen nur noch wenige Leute da, alles verfällt so langsam. Wir schimpfen darüber, aber den Filmleuten gefällt so was ja. Wir haben dann im Hof gewartet, als ein schwarzer BMW kam, so ein Geländewagen, wir hatten damals noch einen halben Meter Schnee. Dann stiegen zwei Männer aus.

          Sie haben Clooney gleich erkannt?

          Den hab ich sofort erkannt, ich bin seit 20 Jahren Clooney-Fan. „Emergency Room“ vor allem und „From Dusk Till Dawn“ habe ich zig Mal gesehen. Er hatte eine graue Mütze, Ohrenklappen, Vollbart und einen schwarzen Mantel an, also, da wäre nicht jeder drauf gekommen, dass er das ist. Er kam strahlend auf uns zu, grüßte freundlich, aber mein Englisch ist nicht so gut, und dann die ganze Aufregung. Ich habe nur gesagt: My heart, my heart. Da hat er gelächelt. Ich hab ihn gefragt, ob er mit einem Bild einverstanden ist. Und dann hat mein Mann das Foto gemacht.

          Und danach gab’s noch einen Espresso?

          Hätte ich ihm sofort angeboten, aber er war sehr professionell. Nach dem Foto ging es gleich zack, zack weiter. Es kamen noch zwei Kleinbusse und zwei große Reisebusse. So um die 50 Leute haben sich das Gelände angeschaut, und nach 20 Minuten waren alle wieder weg. Sie waren auch kurz im Schachthaus, aber es geht wohl nur um die Außenanlagen mit Förderturm, Holzhäusern, roten Ziegeldächern.

          Und jetzt wird bei Ihnen gedreht?

          Wir wissen es nicht. Für den Harz wäre es wirklich gut. Die Gegend wird ja seit Jahren ziemlich stiefmütterlich behandelt, und jetzt Hollywood, das wäre schon was.

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