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Gendersensible Pädagogik : Jungs bitte in die Puppenecke!

  • -Aktualisiert am

Auf in die Puppenecke? Jungen und Mädchen sollen in Kitas die Wahlfreiheit haben, womit sie gerne spielen möchten. Bild: dpa

Jetzt gibt es im Kindergarten „gendersensible Pädagogik“, und manche Eltern sorgen sich, damit komme die Gleichmacherei. Doch was bedeutet der Begriff eigentlich und wie reagieren die Kinder bei so viel Wahlfreiheit?

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          Mädchen sind süß, lieben Rosa, spielen gerne mit Puppen und machen sich nicht schmutzig; Jungs sind wild, raufen, spielen Fußball und klettern gerne auf Bäume – so die gängigen Klischees. Auch wenn wir uns von Geschlechterrollen lösen wollen oder denken, wir hätten es schon, sind sie doch noch tief in unseren Köpfen verankert. Ein kleiner Junge mit Nagellack und Kleid wirkt immer noch auf viele irritierend. Um Gleichberechtigung und Chancengleichheit zu ermöglichen, kann es sinnvoll sein, Kindern von Anfang an ihre vielfältigen Möglichkeiten aufzuzeigen, ohne sie in vorgefertigte Rollen zu drängen. Seit langem wird deshalb geschlechterbewusste Pädagogik in Kindergärten aufgegriffen, diskutiert und auch gelebt. Doch was bedeutet das eigentlich?

          „Geschlecht ist ein wichtiges Thema, es interessiert Kinder und strukturiert unsere Welt“, sagt Tim Rohrmann, Professor für Kindheitspädagogik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim. „Es beeinflusst unsere Einstellung, das Konfliktverhalten und die Rollen in Familien.“ In Kindergärten werde schon lange über geschlechterbewusste, -gerechte oder -sensible Pädagogik – die Fachbegriffe variieren stark – diskutiert, und sie ist auch in einigen Bildungsplänen der Länder zur Förderung von Jungen und Mädchen erwähnt.

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