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Gefesselt und ausgeraubt : Kim Kardashian erlebt traumatische Nacht in Paris

Da war noch alles gut (von links): Kim Kardashian, Kourtney Kardashian, Kris Jenner und Corey Gamble Ende letzter Woche bei der Modewoche in Paris. Bild: AFP

Immer mehr dramatische Details werden über den Überfall auf Kim Kardashian in Paris bekannt. Der Raub zeigt, dass die Grundlage ihres Geschäftsmodels – die dauernde Sichtbarkeit in sozialen Medien – auch zum Fluch werden kann.

          Diesen Aufenthalt in Paris wird Kim Kardashian nicht so schnell vergessen. Und nicht etwa, weil ihr die Modenschau von Givenchy unter freiem Himmel am Sonntagabend so gefiel – dafür war es dort einfach zu kühl und sie zu dünn bekleidet. Nein, der Superstar aus Amerika hatte sich mit zu vielen Gerüchtemachern, Halbkriminellen und am Ende sogar echten Kriminellen herumzuschlagen.

          Alfons Kaiser

          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Es begann recht harmlos mit Vitalii Sediuk, einem Spinner aus der Ukraine, der die Modewelt gern mit vermeintlichen Spaßaktionen unsicher macht. Als die Fünfunddreißigjährige, die vor allem fürs Berühmtsein berühmt ist, vergangene Woche, zu Beginn der Prêt-à-Porter-Schauen, in ihre Wohnung zurückkehrte, ging der Aktivist hinter ihr auf die Knie und küsste ihr auf den kaum zu verfehlenden Po. Kardashians Leibwächter Pascal Duvier überwältigte Sediuk, indem er sich mit seinem ganzen Gewicht auf ihn warf.

          „Dieser Kerl ist dauernd mit im Bild"

          Der Vorfall war zu verkraften – ebenso wie die wiederkehrenden Gerüchte, nach der Trennung von „Brangelina" sei nun auch das Ende der traumhaft lukrativen Verbindung von Kim Kardashian und Kanye West gekommen. Ihre Laune ließ sie sich jedenfalls nicht verderben. Am Sonntagmorgen noch postete der Instagram-Star ein Foto in attraktivem Outfit, Duvier knapp hinter ihr, mit der launigen Zeile: „Dieser Kerl ist dauernd mit im Bild."

          This guy is always in my shot!

          Ein von Kim Kardashian West (@kimkardashian) gepostetes Foto am



          Seit der Givenchy-Schau, die sie mit ihrer Mutter Kris Jenner und ihrer Schwester Kourtney Kardashian besuchte, ist der sonst so mitteilungsfreudige Star aber in den sozialen Netzwerken verstummt. Nachdem sie am Sonntagabend von der Schau am Jardin des Plantes im fünften Arrondissement in ihre Luxusresidenz in der Innenstadt zurückgekehrt war, erlebte sie einen Überfall, der nach den wenigen Informationen, die es dazu am Montag gab, ein traumatisches Erlebnis gewesen sein muss.

          Ziemlich durcheinander, aber unverletzt

          Fünf Männer hatten sich, als Polizisten verkleidet, gegen 2.30 Uhr Zutritt zu dem Haus verschafft und den Portier überwältigt. Zwei der Männer drangen vermummt in ihr Apartment ein. Mit vorgehaltener Waffe wurde Kardashian gefesselt und ins Bad gesperrt. Laut der amerikanischen Promiwebseite „TMZ“ flehte sie um ihr Leben, die Einbrecher klebten ihr den Mund mit Klebeband zu, legten ihr Handschellen an  und legten sie in die Badewanne. Dann nahmen sie ein Kästchen mit Schmuck im Wert von fünf Millionen Euro und einen Ring im Wert von vier Millionen an sich, dazu angeblich noch zwei Handys, verschwanden unerkannt und flüchteten auf Fahrrädern.

          Dieses Bild, das Kardashian vor einigen Tagen auf Instagram gepostet hat, zeigt laut „Bild“-Zeitung ihren Verlobungsring, der einen Wert von rund vier Millionen Euro hat. Es könnte damit der Ring sein, der gestohlen wurde.

          Kim Kardashian war danach „ziemlich durcheinander, aber unverletzt", wie eine Sprecherin zitiert wurde. Die Kinder North und Saint sollen nicht anwesend gewesen sein. Ihr Mann Kanye West wurde sogleich informiert. Während der Aufführung seines Hits „Heartless" beim „The Meadows Music and Arts Festival" in New York sagte er plötzlich: „Entschuldigt, es gibt einen Notfall in der Familie, die Show ist vorbei."

          Unter den Gästen des Prêt-à-Porter war der Raub das Thema des Tages

          Am Montag war das Rätselraten in Paris groß. Die Polizei vernahm Kardashian am Morgen. Danach fuhr sie zum Flughafen und verschwand aus Frankreich. Die sozialistische Bürgermeisterin Anne Hidalgo bezeichnete den Fall als Ausnahme und sagte, die erst im vergangenen November von Anschlägen erschütterten Stadt sei „sicher".

          Tatort: Die Luxus-Residenz, in der Kayne West ein Apartment besitzt.

          Unter den Gästen des Prêt-à-Porter, das stets zahlreiche Prominente aus aller Welt anzieht, war der Raub das Thema des Tages. „Im Ritz wäre das nicht passiert", sagte eine Chefredakteurin über das gut gesicherte Hotel, in dem viele Modeleute absteigen. Eine Residenz mit Wohnungen werde nicht so gut überwacht.

          Auch Fluch und Segen der sozialen Netzwerke werden nun zum Thema. Kim Kardashian, die auf Instagram 84,1 Millionen Abonnenten hat, führt dort ein öffentliches Tagebuch in Bildern. Das ist ihre Geschäftsgrundlage: Für Einträge, mit denen sie auf ihrem Account für eine Marke oder ein Produkt wirbt, kann sie zuvor Hunderttausende Euro aushandeln. Aber die dauernde Sichtbarkeit könnte auch zum Fluch werden. Denn jeder kann leicht verfolgen, wo sie sich gerade aufhält. Als wäre das nicht genug, ist sogar ihr Leibwächter auf Instagram vertreten – mit immerhin 58.000 Fans. Mancher Kriminelle wird sich dadurch angespornt fühlen.

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