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Gedenken an Bergamo-Opfer : „Symbol der Tragödie“

Bilder, die um die Welt gingen: Militärlaster halfen im März 2020 beim Transport der Särge von Verstorbenen. Bild: dpa

Vor einem Jahr rollten Militärlastwagen durch Bergamo, um beim Transport der Särge der Covid-19-Opfer zu helfen. Am Donnerstag gedachte das Land der mehr als 103.00 Menschen, die bislang mit einer Corona-Infektion gestorben sind.

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          Italien hat am Donnerstag erstmals den nationalen Gedenktag für die Opfer der Corona-Pandemie begangen. Im ganzen Land wurden die Flaggen vor öffentlichen Gebäuden auf halbmast gesetzt. Um elf Uhr gedachte die Nation in einer Schweigeminute der mehr als 103.000 Opfer, die seit dem Ausbruch der Pandemie vor rund 13 Monaten in Verbindung mit einer Covid-19-Infektion gestorben sind. Zu dem Anlass kam Ministerpräsident Mario Draghi nach Bergamo – die Stadt war im Frühjahr 2020 von der ersten Welle der Pandemie besonders schwer getroffen worden.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Der 18. März wurde als Datum gewählt, weil an jenem Tag vor einem Jahr die Bilder von Lastwagen des Heeres um die Welt gingen, mit denen die Särge der Covid-19-Opfer aus Bergamo zur Einäscherung in Krematorien umliegender Städte und Provinzen gebracht wurden. „Dieser Ort ist ein Symbol für den Schmerz einer ganzen Nation“, sagte Draghi. Der Ministerpräsident legte einen Kranz am Zentralfriedhof nieder und eröffnete mit Bürgermeister Giorgio Gori den „Wald des Gedenkens“ in einem Park beim Hospital „Papst Johannes XXIII.“. 750 Bäume und Sträucher sollen an die 750 meist älteren Personen erinnern, die während der ersten Pandemiewelle allein in der 120.000-Einwohner-Stadt im Zusammenhang mit Covid-19 starben. In der gleichnamigen Provinz Bergamo, die gut 1,1 Millionen Einwohner hat, starben in der ersten Welle mehr als 6000 Personen.

          In Gedenken an die Opfer von Bergamo pflanzte der italienische Premieminister Mario Draghi am Donnerstag einen Baum.
          In Gedenken an die Opfer von Bergamo pflanzte der italienische Premieminister Mario Draghi am Donnerstag einen Baum. : Bild: Reuters

          Die Menschen in Bergamo und Umgebung hätten „schreckliche Tage erlebt“, in denen sie keine Gelegenheit gehabt hätten, sich von ihren Angehörigen zu verabschieden, sagte Draghi. Bürgermeister Gori erinnerte daran, dass Bergamo zum „Symbol der Tragödie“ geworden sei. Von der Stadt gehe heute aber auch „eine Botschaft der Hoffnung“ aus. Draghi bekräftigte die Entschlossenheit der Regierung, die Impfkampagne zu beschleunigen, um bis Ende September rund 80 Prozent der Einwohner zu immunisieren.

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