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„Star Wars“-Star Christie : „Ich fürchte, ich habe alle sehr genervt“

  • -Aktualisiert am

Muss sich selbst ständig in den Arm kneifen: Aktrice Christie Bild: Brian Bowen Smith. ©Lucasfilm 2015

Gwendoline Christie kann es selbst nicht fassen: Sie ist Teil der neuen „Star Wars“-Episode „Das Erwachen der Macht“. Im Interview erzählt sie, wie sie an die Rolle kam – und wie es ist, 1,91 Meter groß zu sein.

          Wer einen Eindruck davon bekommen möchte, wozu Gwendoline Christie imstande ist, sollte sich ansehen, wie sie in der vierten Staffel der Serie „Game of Thrones“ als Brienne of Tarth den gefürchteten Krieger Sandor „Bluthund“ Clegane im Duell mit einem Langschwert erledigt. Dabei wirkt sie gleichzeitig entschlossen und erstaunt über ihre eigenen Kampfkünste. So emotional ambivalent, wie sie in anderen Szenen gleichzeitig grimmig und schüchtern verliebt (in Jaime Lannister) spielen kann. Nun wird die 1,91 Meter große britische Schauspielerin auch im neuen „Star Wars“-Abenteuer die meisten ihrer Kollegen um einige Zentimeter überragen. Zum Interview in einem Londoner Luxushotel trägt sie High Heels.

          Wenn Sie die entscheidenden Stufen Ihrer Karriere beschreiben, benutzen Sie am häufigsten die Formulierung „Abwarten und nicht zu früh freuen“. Sind Sie erst mal misstrauisch, wenn Träume in Erfüllung gehen?

          Ich würde mich in dieser Hinsicht nicht grundsätzlich als misstrauisch bezeichnen. Aber meiner Erfahrung nach ist das Leben ständig in Bewegung, eine Glückssträhne ist nicht immer von langer Dauer. Ich halte es daher für absolut außergewöhnlich und frappierend, dass ich in „Star Wars“, „Game of Thrones“ oder „Die Tribute von Panem“ gelandet bin.

          Warum genau?

          Es ist absolut gar nichts normal daran, Teil von „Star Wars“ zu sein. Das ist ein einmaliges Erlebnis. Und ich bin, auch wenn es sich wie eine Floskel anhört, unglaublich dankbar, dass ich es irgendwie geschafft habe, dabei zu sein. Ich freue mich so sehr darüber, ich muss mich selbst jetzt, wenn wir hier sitzen, ständig in den Arm kneifen, um zu begreifen, dass es wirklich passiert, was ich gerade erlebe. Dieser Rummel um „Star Wars“ ist ja ein globales Phänomen.

          Wann haben Sie das erste Mal das Bedürfnis gespürt, anderen Menschen etwas vorzuführen?

          Ich habe in der Schule eine Menge klassisches Theater gespielt. Und davor habe ich schon gerne getanzt. Ich mochte Ballett und Gymnastik. Was ich daran geliebt habe, war die Kombination aus Disziplin und Ausdruck. Aber als ich elf war, bin ich so schnell gewachsen, dass man mir sagte, ich müsse mit dem Tanzen aufhören.

          Und wie haben Sie das verarbeitet?

          Ich dachte: Na gut, dann werde ich eben Schauspielerin.

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          Das klingt nach einer sehr rationalen Entscheidung für eine Elfjährige.

          Dabei bin ich gar nicht so praktisch veranlagt. Wenn ich heute darüber nachdenke, war das die praktischste Entscheidung, die ich in meinem ganzen Leben getroffen habe. Das könnte ich heute gar nicht mehr. Aber diese eine Sache habe ich damals systematisch organisiert. Erst war ich im Schultheater und habe außerhalb der Schule Theater gespielt, und später bin ich dann auf die Schauspielschule gegangen, auf das Drama Centre London. Die unterrichten nach dem Prinzip des Method Acting. Sie wissen schon, Strasberg und Stanislawski. Es war sehr intensiv, zwölf Stunden am Tag und sieben Tage die Woche haben wir trainiert. Ich habe danach am Theater gearbeitet, wollte aber unbedingt zum Film.

          Eine Branche, in der ebenfalls kleinere Frauen gefragt sind.

          Auch da sagte man mir, das wird sehr schwierig, weil ich so groß bin.

          Aber Sie haben sich nicht aufhalten lassen.

          Für mich machte das überhaupt keinen Sinn. Zu groß für den Film? Was für ein Unsinn. Ich wollte einfach so lange warten, bis die richtige Rolle kommt. Und nur zehn Monate später standen die Sterne für mich in der richtigen Konstellation, und man verhandelte mit mir über meine Rolle in „Game of Thrones“. Und jetzt bin ich schon fünf Jahre dabei. Nach der Schauspielschule eröffnete man mir, ich werde als Schauspielerin in erster Linie arbeitslos sein. Dafür habe ich es nicht schlecht getroffen.

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