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Gaby Kösters Rückkehr : Dieser „dricksdrecksdrisselige Schlag“

„Fulltime-Job Schlaganfall”: Gaby Köster bei einem ihrer zahlreichen Medienauftritten in diesen Tagen Bild: dpa

Mehr als drei Jahre nach ihrem schweren Schlaganfall kehrt die Komikerin Gaby Köster in die Öffentlichkeit zurück - so konsequent wie sie daraus verschwunden ist.

          Die ersten Schritte zurück in die Öffentlichkeit sind wackelig und unsicher. Gaby Köster, 49 Jahre alt und preisgekrönte Comedy-Kanone, hinkt am Arm von Stern-TV-Moderator Steffen Hallaschka auf die Bühne, den Kopf hält sie tief gesenkt, das Gesicht versteckt hinter ihrer blonden Dreadlock-Mähne. Die Zuschauer sind aufgestanden und klatschen, die Stimmung irgendwo zwischen Bestürzung und Bewunderung, für kurze Zeit scheint das wieder so ein beklemmender Monica-Lierhaus-Moment zu werden. Doch dann brummt Gaby Köster: „Laut bin ich immer noch! Und setzt euch bitte hin. Ich hab' nichts Besonderes jemacht. Ich war nur krank.“

          David Klaubert

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Nein, ihren kölschen Humor hat Gaby Köster nicht verloren, auch nicht durch den schweren Schlaganfall, der die Komikerin vor dreieinhalb Jahren brutal aus ihrem bisherigen Leben warf. „Ich bin kein Porsche mehr, aber ein LKW“, sagt sie, ehe sie sich mit Hallaschkas Hilfe hinsetzt. Humor kann auch als Selbstschutz dienen, immer wieder versteckt sich Köster hinter ihren Zoten wie zuvor hinter ihren langen Dreadlocks. Doch je länger sie auf der Bühne sitzt, desto versöhnlicher und befreiender wirken ihre Witze.

          Köster hat sich Zeit gelassen mit ihrer Rückkehr in die Öffentlichkeit. Seit ihrem Schlaganfall im Januar 2008 gab es kaum Informationen über ihren Zustand. Die beliebte Komikerin, die gerade noch mit ihrem Programm „Wer Sahne will, muss Kühe schütteln“ auf der Bühne gestanden hatte, schien wie verschwunden. Ihr Management sagte die Tour ab, eine Begründung gab es aber nicht. Gegen Berichte in Klatschblättern ging Kösters Management juristisch vor, trotzdem lauerten immer wieder Paparazzi vor dem Krankenhaus und später vor Kösters Wohnung. Im Internet wucherten bis zuletzt die Spekulationen: Aids? Brustkrebs? Tod?

          Comedy-Kanone: Gaby Köster vor ihrem Schlaganfall

          „Ich musste ja selbst ers mal damit klarkommen“

          Einige, Fans und Journalisten, nahmen und nehmen Köster diese Nachrichtensperre übel, dabei hat sie nur von ihrem guten Recht Gebrauch gemacht, selbst zu entscheiden, wann und wie sie der Öffentlichkeit von etwas derart Intimem wie ihrer schweren Krankheit erzählt. „Ich musste ja selbst erst mal damit klarkommen“, sagt sie nun dazu. Außerdem habe niemand ein Anrecht auf Informationen oder Fotos von ihr. „Ich habe ja nicht mit jeder Eintrittskarte für meine Shows auch einen Teil meines Körpers mitverkauft.“

          So konsequent Köster bis vor Kurzem geschwiegen hatte, so konsequent kehrt sie nun zurück. Ihre Auftritt bei Stern-TV war nur der Auftakt zu einem großangelegten Medien-Comeback, am Freitagabend folgte der „Kölner Treff“ des WDR, „Tietjen und Hirschhausen“, „Volle Kanne“ und „Riverboat“ stehen noch an, dazu Radiosendungen. Im „Stern“ erschien eine Titelgeschichte über ihren „Weg zurück ins Leben“, in der „Bild der Frau“ ein Interview. Und dann ist da natürlich noch das Buch, das Gaby Köster zusammen mit dem Gag-Schreiber Till Hoheneder geschrieben hat - und das sie nun kräftig promotet.

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