https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/g-7-gipfel-air-force-one-von-joe-biden-in-muenchen-gelandet-18129661.html

Air Force One : Bidens mobile Befehlszentrale

  • -Aktualisiert am

Die Air Force One mit Präsident Joe Biden ist in München gelandet. Bild: EPA

Die Air Force One von US-Präsident Joe Biden ist zum G-7-Treffen in München eingetroffen. Das Modell zählt zu den teuersten und bestgeschützten Flugzeugen der Welt. Im Notfall lässt sie sich sogar in der Luft betanken.

          2 Min.

          Für sogenannte Planespotter ist das G-7-Treffen in Elmau das Ereignis des Jahres. Denn das berühmteste Flugzeug der Welt ist jetzt am Flughafen München zu sehen: Die Air Force One von US-Präsident Joe Biden. Die amerikanische Maschine landete in der Nacht zum Sonntag in München. Geheime Umbauten machen diese auf einer Boeing 747-200B-Version aufbauende Maschine zum teuersten und bestgeschützten Flugzeug der Welt.

          Vom US-Regierungsflugzeug gibt es gleich zwei Exemplare. Sie werden per Rufzeichen entweder als Air Force One oder Air Force Two bezeichnet, je nachdem ob Präsident Joe Biden oder Vizepräsidentin Kamala Harris an Bord sind. Diese als Typ VC-25A bezeichneten 747-200B sind echte Oldtimer. Denn sie wurden schon Ende der Achtzigerjahre gebaut. Die Details ihrer Sonderausstattung zum Schutz des Präsidenten sind bis heute noch weitgehend unbekannt. Beide Maschinen sind jedenfalls mit einem hochmodernen Selbstschutzsystem ausgerüstet, das im Falle eines Raketenangriffs die 747 verteidigt.

          Sollte es notwendig sein, die Reichweite zu erhöhen, gibt es sogar die Möglichkeit, die Air Force One in der Luft zu betanken. Dazu fliegt ein US-Tankerflugzeug mit einem ausfahrbaren Tankstutzen vor und leicht oberhalb der 747. Diese bekommt ähnlich wie ein Jagdflugzeug in der Luft vom Tankflugzeug über eine ausfahrbare Leitung das Kerosin zugeführt. Theoretisch wäre es dann für das Regierungsflugzeug möglich, mehrere Tage und Nächte nonstop in der Luft bleiben zu können. Allerdings erklären Fachleute, dass durch den Ölverbrauch der vier Triebwerke das Limit bei etwa 70 Stunden liegt. Modernste Kommunikationssysteme sind ebenfalls an Bord. Denn beide Flugzeuge sind für den amerikanischen Präsidenten auch fliegende Befehlszentralen. Er hat von dort Zugriff auf alle Informationen von Militär und Geheimdiensten und kann diese aus der Luft instruieren.

          Schlafräume an Bord vorhanden

          Für den Präsidenten oder seine Stellvertreterin sind Schlafräume an Bord vorhanden, dazu Konferenz- oder Ruheräume sowie Plätze für mitreisende Journalisten. Einer dieser Räume dient notfalls auch als Krankenstation. 26 Personen sind als Crew an Bord der Air Force One. Bis zu 102 Mitarbeiter und Passagiere können maximal mitfliegen. Die Reichweite der 747-200B beträgt vollgetankt 12.500 Kilometer. Weitere Mitglieder des fliegenden Präsidentenkonvois sind optional ein Tankflugzeug sowie mindestens ein Transportflugzeug, das die gepanzerte Limousine an Bord hat.

          Präsident Biden erlebt vielleicht bei einer möglichen zweiten Amtszeit auch die Inbetriebnahme der neuen Air Force One, die dann im Fachjargon VC-25B genannt wird. Zwei bestellte und bei Boeing fertiggestellte 747-8I wurden nicht abgenommen, weil die russische Airline pleite ging, die sie bestellt hatte. Die amerikanische Luftwaffe hat dann beide 747 gekauft. Derzeit werden sie aufwändig zu Regierungsflugzeugen umgerüstet. Für die beiden neuen VC-25B wurde ein Anschaffungs- und Umbaupreis von zusammen rund vier Milliarden US-Dollar kolportiert.

          Ursprünglich hieß es, 2024 könnte die erste der beiden Maschinen einsatzbereit sein. Durch zahlreiche Probleme beim Umbau und hohe Kostensteigerungen, die allerdings wegen der Vereinbarung eines Festpreises wohl bei Boeing hängen bleiben, wird nun aber erst 2026 mit der Fertigstellung der ersten Maschine gerechnet.

          Weitere Themen

          Suche nach Ursachen der Verseuchung dauert an

          Fischsterben in der Oder : Suche nach Ursachen der Verseuchung dauert an

          Feuerwehrleute, Polizisten und Freiwillige haben am Wochenende tote Fische aus der Oder geholt. Bundesumweltministerin Steffi Lemke plant für Sonntagabend ein Treffen mit ihrer polnischen Amtskollegin Anna Moskwa. Zuvor hatte Lemke kritisiert, Polen habe zu spät reagiert.

          Topmeldungen

          Donald Trump – hier unter der Woche vor dem Trump Tower in New York – hat die Opferrolle einstudiert.

          Geheime Dokumente : Trump steht nicht über dem Gesetz

          74 Millionen Amerikaner hielten Trump 2020 die Treue. Bidens Staatsanwälte werden die wenigsten von ihnen umstimmen – im Gegenteil. Doch darauf darf die Justiz keine Rücksicht nehmen.
          Selbstironie, noch in der schlimmsten Lage: Salman Rushdie

          Attentat auf Salman Rushdie : Fatwa, unfassbar

          Salman Rushdie hatte nach dem Mordaufruf gegen ihn jahrzehntelang versucht, dem Fatalismus zu entrinnen und Freiheit zurückzugewinnen – in der Fiktion und im Leben. Das Attentat auf ihn zeigt die Grausamkeit der Realität.
          Schwaches Bild von sich selbst: Wer unter dem Impostor-Syndrom leidet, traut seiner eigenen Berufsbiographie nicht über den Weg.

          Impostor-Syndrom : Wenn man sich niemals gut genug fühlt

          Ein geringes Selbstwertgefühl kann im Beruf dazu führen, dass Hochqualifizierte denken, ihre Stellung gar nicht verdient zu haben. Das Phänomen hat einen Namen: Impostor-Syndrom. Doch was können Betroffene dagegen unternehmen?

          Kendrick Lamar auf Tour : Ein Rapstar in radikaler Sorge um sich selbst

          Der Rapper Kendrick Lamar ist längst beides: ein Idol der afroamerikanischen Kultur und ein Megastar des Mainstreams. Jetzt hat er seine Tournee zum neuen Album „Mr. Morale“ begonnen. Aber er kommt nicht bei allen Kritikern gut an.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.